Die Kanzlei Mossack Fonseca, die durch die Enthüllungen der Panama Papers bekannt wurde, stellt ihr Geschäft ein. "Der Imageschaden, die Medienkampagne, finanzielle Konsequenzen und das irreguläre Vorgehen einiger panamaischer Behörden" hätten "irreparablen Schaden verursacht", begründete das Unternehmen. Ende März werde das operative Geschäft eingestellt, eine kleine Gruppe werde nur noch Anfragen der Behörden sowie öffentlicher oder privater Gruppen beantworten.

Ende August hatte der Mitgründer Jürgen Mossack bereits eingeräumt, dass die Firma die meisten Auslandsbüros geschlossen habe. Einst habe die Kanzlei Niederlassungen in 40 Ländern und knapp 600 Mitarbeiter gehabt, nach der Veröffentlichung der Panama Papers 2016 aber viele Büros schließen und die Zahl der Angestellten auf rund 50 reduzieren müssen. 

Das Internationale Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) um die Süddeutsche Zeitung hatte rund 11,5 Millionen vertrauliche Mossack-Fonseca-Dokumente aus den Jahren 1977 bis 2015 zugespielt bekommen und ausgewertet. Bei der Veröffentlichung der Rechercheergebnisse Anfang April 2016 wurden mehr als 14.000 Personen mit rund 215.000 Briefkastenfirmen in Steueroasen in Verbindung gebracht. Die Gründung dieser sogenannten Offshore-Firmen ist legal, doch dient sie oft der Verschleierung von Vermögen und zur Steuerhinterziehung.

Die Veröffentlichungen führten zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. Mit Islands Ex-Ministerpräsident Sigmundur Davíð Gunnlaugsson und Pakistans Ex-Premierminister Nawaz Sharif mussten sogar zwei Regierungschefs wegen der Enthüllungen ihr Amt aufgeben.

Das ICIJ erhielt für seine Arbeit an den Panama Papers 2017 den renommierten Pulitzer-Preis.