Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wollen noch vor Ostern streiken. Laut ver.di-Chef Frank Bsirske solle es Warnstreiks in allen Bereichen  des öffentlichen Dienstes der Kommunen und des Bundes geben. Auch Flughäfen würden betroffen sein, aber nicht im Ferienverkehr zu Ostern.

Im Tarifstreit hatten sich die Gewerkschaften und die öffentlichen Arbeitgeber in ihrer zweiten Verhandlungsrunde nicht angenähert. Der Bund war am Montag ohne Arbeitgeberangebot in die zweitägige Tarifrunde gegangen. Gemeinsam mit dem kommunalen Arbeitgeberverband wies er die Gewerkschaftsforderungen als zu hoch zurück. Ver.di und der Beamtenbund fordern sechs Prozent mehr Lohn, mit Nebenforderung sieben Prozent. Dies entspricht sechs Milliarden Euro, die vor allem von den Kommunen getragen werden sollen.

"Wenn die Arbeitgeber in dem Tempo weiterverhandeln, dann brauchen wir für diesen Abschluss länger als die Bundestagsparteien zur Regierungsbildung", kritisierte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes dbb. Das sei "Tarifverschleppung, keine Tarifverhandlung". Die staatlichen Steuereinnahmen würden seit Monaten "in bisher nicht gekanntem Ausmaß" steigen, gleichzeitig gebe es immer neue Meldungen über fehlendes Personal und über Nachwuchsprobleme im öffentlichen Dienst. Statt diesen Widerspruch aufzulösen und ein Verhandlungsangebot zu machen, würden die Arbeitgeber reden, "als ob wir mitten in einer massiven Rezession stecken und als ob die Nachwuchsprobleme im öffentlichen Dienst eine Erfindung der Gewerkschaften wären", sagt Silberbach.

Verhandelt wird für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen, unter anderem Erzieherinnen, Mitarbeiter von Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kliniken, Sparkassen und der Bundespolizei. Die abschließende Verhandlungsrunde ist für Mitte April vorgesehen.