Nach der Stahl- und Aluminiumindustrie nimmt US-Präsident Donald Trump offenbar auch gezielt den Handel mit China ins Visier. Wie das Magazin Politico unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, erwägt die Regierung in Washington Aufschläge auf mehr als 100 Produkte aus China. Dazu sollen Visa-Einschränkungen oder strengere Exportauflagen kommen. Es gehe darum, geistiges Eigentum zu schützen, hieß es zur Begründung.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Trump plane Importzölle im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar auf chinesische Waren zu verhängen. Nach Angaben von mehreren in die Überlegungen eingeweihte Personen sei das Ziel der Technologie- und Telekommunikationssektor. Im Gespräch sei außerdem die chinesische Bekleidungsindustrie. Die Maßnahmen würden "in sehr naher Zukunft" erwartet, sagte den Angaben nach ein hochrangiger US-Regierungsvertreter.

China äußerte sich bislang nicht zu dem Vorhaben der USA. Das US-Präsidialamt lehnte einen Kommentar zu den Angaben ebenfalls ab.

Trump hat ungeachtet scharfer Kritik im In- und Ausland Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Einige Experten befürchten, dass dies zu einem Handelskrieg führen könnte. Trump hatte China zuvor auch mit Bußgeldern wegen des angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums gedroht. Bereits im August vergangenen Jahres hatten die USA auf Anweisung Trumps eine formelle Untersuchung von Chinas Handelspraktiken eingeleitet.