Die EU-Kommission sieht Bulgarien als das nächste Land, das der Eurozone beitreten wird. Es sei "zweifellos das nächste Mitglied der Eurozone", sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici auf einem Finanzministertreffen in Sofia. Man sollte aber nichts überstürzen und stattdessen den Schritt gründlich vorbereiten. 

Derzeit sind 19 der 28 EU-Staaten in der Währungsunion. Zuletzt war Litauen im Jahr 2015 beigetreten. Voraussetzung ist die Einhaltung sogenannter Konvergenzkriterien. Dazu gehören ein Haushaltsdefizit von nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung und eine Gesamtverschuldung von nicht mehr als 60 Prozent.

Bulgarien erfüllt diese Vorgaben musterhaft. Es wies im vergangenen Jahr einen Haushaltsüberschuss von 0,9 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Und die Gesamtverschuldung war 2017 mit 25,4 Prozent die drittniedrigste in der EU.

Negativbeispiele Griechenland

Im bulgarischen Fernsehen verwies Moscovici aber darauf, dass die Gesamtlage betrachtet werden müsse. Er nannte dabei auch Griechenland als Negativbeispiel, das in der Finanzkrise beinahe wieder aus der Eurozone ausgetreten wäre und die Währungsunion insgesamt in schwere Turbulenzen brachte. "Wenn man andere Länder wie Griechenland anschaut, könnten sie zu schnell und nicht mit genug Vorbereitung beigetreten sein", sagte Moscovici.

Weitere Konvergenzkriterien für den Eurobeitritt sind Vorgaben bei Inflation, langfristigen Zinssätzen und dem Wechselkurs der nationalen Währung. Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow hatte am Donnerstag gesagt, sein Land könne binnen eines Jahres dem europäischen Wechselkursmechanismus (ERM II) beitreten. Für die nationale Währung wird dabei ein Korridor festgelegt, in dem sich ihr Wechselkurs bewegen darf.