Immer mehr junge Flüchtlinge entscheiden sich für eine Lehre. Das geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Demnach absolvierten Ende September des vergangenen Jahres 27.678 junge Menschen aus den wichtigsten acht Asylherkunftsländern eine duale Ausbildung – und damit 15.400 mehr als ein Jahr zuvor und gut 21.000 mehr als im Herbst 2015.

Die BA wertet die Zahlen als Zeichen dafür, dass immer mehr junge Flüchtlinge die Bedeutung einer beruflichen Ausbildung erkannt haben. "Viele merken, dass sie mit einer dualen Ausbildung in der Zukunft viel mehr Möglichkeiten haben als mit einer kurzfristigen Beschäftigung", sagte ein Sprecher der Bundesagentur. Umgekehrt würden offenbar auch immer mehr Unternehmen in jungen Flüchtlingen das Potenzial erkennen, die Fachkräftelücke zu verkleinern.

Der Statistik zufolge haben mehr als 2.200 junge Flüchtlinge eine Lehrstelle im Fahrzeugbau gefunden, knapp 1.700 in der Pflege und mehr als 1.600 in der Energietechnik. Zu Arzt- und Praxishilfen wurden im vergangenen September knapp 1.400ausgebildet, eine Lehre zum Verkäufer absolvierten 1.300, knapp 1.200 eine Ausbildung zum Klempner und Sanitärtechniker.

Das Gros der Auszubildenden aus Asylherkunftsländern sind laut Bundesagentur für Arbeit Afghanen (9.964) und Syrer (8.216). Mit Abstand folgen Iraker (2.844), Eritreer (2.203) und Iraner (1.760).

Insgesamt aber wächst der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer aus den acht Hauptfluchtländern, die sich für eine Ausbildung entschieden haben, nur vergleichsweise langsam. Laut BA lag der Anteil 2015 bei knapp acht Prozent, 2016 bei zehn Prozent und mittlerweile bei rund 14,2 Prozent. Nach Erfahrungen der Bundesagentur entscheiden sich viele Flüchtlinge auch wegen finanzieller Verpflichtungen gegenüber Familienangehörigen in ihrem Heimatland eher für einen Job. Dabei arbeitete 2017 ein großer Teil von ihnen als Leiharbeitnehmer, wie BA-Zahlen zeigen.