Die USA und China streiten wegen der Kritik von Präsident Donald Trump bereits heftig über die Exportüberschüsse des asiatischen Landes – nun hat die Volksrepublik diese noch einmal um ein Fünftel gesteigert. Das geht aus der Handelsbilanz hervor, die die chinesische Zollverwaltung veröffentlichte. Im ersten Quartal 2018 wurden Waren im Wert von über 58 Milliarden Dollar zusätzlich in die Vereinigten Staaten verkauft als von dort importiert. Das ist ein Anstieg um rund 19,4 Prozent.

China war 2017 mit einem Volumen von 636 Milliarden Dollar der wichtigste Handelspartner der USA. Allerdings überstiegen die Einfuhren der USA aus China die Ausfuhren dorthin im vergangenen Jahr um 375 Milliarden Dollar – ein Defizit, das Trump kritisiert. Deshalb kündigte er Anfang April Importzölle im Umfang von bis zu 150 Milliarden Dollar gegen China an. Die Volksrepublik drohte ihrerseits mit Vergeltungszöllen, sollten die USA ihre Ankündigung wahr machen. 

Der seit Wochen andauernde Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hat Sorgen vor einem internationalen Handelskrieg ausgelöst, der womöglich Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte. Trump begründet sein Vorgehen auch mit chinesischen Verstößen gegen Urheberrechte und dem Diebstahl von Technologie. Chinesische Hightechprodukte gehören inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Exportgütern: Im ersten Quartal stieg der Verkauf dieser Produkte um 20,5 Prozent auf 137,8 Milliarden Dollar an.

Zuletzt hatte China insgesamt aber weniger exportiert: Im März fielen die Ausfuhren um 2,7 Prozent und damit zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr. Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 10 Prozent gerechnet, nachdem es im Vormonat ein Plus von 44,5 Prozent gegeben hatte.