Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr leicht gesenkt, sie erwartet aber weiterhin das kräftigste Plus seit 2011: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steige 2018 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 2,3 Prozent, heißt es in der Frühjahrsprognose. Anfang des Jahres hatte die Regierung noch einen Anstieg um 2,4 Prozent erwartet. Für 2019 geht das Bundeswirtschaftsministerium von einem Anstieg um 2,1 Prozent aus.

Beide Prognosen liegen etwas über den Vorhersagen der führenden Forschungsinstitute. Diese gehen für 2018 von einem Anstieg um 2,2 Prozent und für 2019 um 2,0 Prozent aus.

"Die deutsche Konjunktur bleibt weiter schwungvoll, der Aufschwung geht weiter", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Zwar befinde sich die Wirtschaft gesamtwirtschaftlich in einer Überauslastung, eine "Überhitzung" sei jedoch nicht erkennbar.

Arbeitslosigkeit wird weiter sinken

Auch die Menschen profitierten vom Aufschwung, sagte Altmaier. Die Zahl der Beschäftigten werde bis zum Jahr 2019 noch einmal um eine Million Personen steigen, die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen. "Das sind wichtige Schritte auf dem Weg hin zur Vollbeschäftigung", sagte Altmaier. Zudem würden die Einkommen auch in den kommenden Jahren spürbar zulegen. Damit nähmen auch die Konsummöglichkeiten der Verbraucher zu.

Deutsche Waren und Dienstleistungen blieben im Ausland gefragt. "Unsere Exportwirtschaft behauptet sich erfolgreich in einer Weltwirtschaft, die lebhaft wächst", sagte Altmaier. Zugleich geht die Regierung aber davon aus, dass die Importe stärker wachsen als die Exporte – darum werde der deutsche Exportüberschuss, den US-Präsident Donald Trump wiederholt kritisiert hat, bis 2019 sinken. Er fiele mit 7,5 Prozent des BIP dann so gering aus wie zuletzt 2014.

Wenige Tage vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Trump dürfte diese Prognose im Weißen Haus auf Interesse stoßen. Es wird erwartet, dass der deutsche Handelsüberschuss auch Thema der Gespräche mit Merkel am Freitag sein wird.

Die Frühjahrsprojektion dient den Steuerschätzern als Vorlage für ihre Hochrechnungen, die im Mai anstehen. Diese wiederum geben den Rahmen für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen vor.