Die Kommunen in Deutschland haben im vergangenen Jahr dank der guten Konjunktur und niedriger Zinskosten einen Rekordüberschuss erzielt. Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden nahmen ein Plus von 10,7 Milliarden Euro ein, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Zahlen basieren auf der sogenannten vierteljährlichen Kassenstatistik, ausgenommen von der Erhebung sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. 

Wie es in der Mitteilung weiter hieß, verbesserte sich die Finanzlage der Gemeinden und Gemeindeverbände mit dem neuen Spitzenwert weiter. Bereits seit 2012 überstiegen deren Einnahmen die Höhe ihrer Ausgaben. Die Einnahmen legten demnach um 4,6 Prozent auf 258,4 Milliarden Euro zu. Dazu habe vor allem das höhere Steueraufkommen beigetragen – aber auch Zuschüsse des Bundes an den Integrationskosten zur Entlastung von Bundesländern und Kommunen. 

Die Ausgaben der Kommunen stiegen mit 2,5 Prozent auf 247,7 Milliarden Euro weniger stark. So sanken die Zinsausgaben für den Schuldendienst der Kommunalhaushalte den Statistiken zufolge um fast elf Prozent. Die Aufwendungen für soziale Leistungen gingen demnach um 0,2 Prozent auf 59,2 Milliarden zurück. Dies sei auf geringere Ausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zurückzuführen. Für alle anderen Sozialleistungen – die auch von anerkannten Flüchtlingen, Asylberechtigten oder subsidiär Schutzbedürftigen beansprucht werden können – habe sich dagegen ein Zuwachs von 3,3 Prozent ergeben.

Für Sachinvestitionen gaben die Kommunen rund 26,7 Milliarden Euro für Sachinvestitionen aus – 3,3 Prozent mehr als 2016. Der Großteil davon entfiel auf Baumaßnahmen.