Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US und der Rivale Sprint haben sich auf eine Fusion geeinigt. Es sei eine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen worden, "um die beiden Gesellschaften zu einem größeren Unternehmen zusammenzuführen", teilte die Telekom mit. Der Zusammenschluss sei über einen Aktientausch geplant.

Es sei vorgesehen, dass T-Mobile US alle Sprint-Anteile übernehme. Für jeweils 9,75 Sprint-Anteile erhielten deren Aktionäre im Gegenzug eine neue Aktie der T-Mobile US ohne bare Zuzahlung. Nach Abschluss der Transaktion werde die Deutsche Telekom rund 42 Prozent der T-Mobile US-Aktien halten. Die japanische Sprint-Mutter Softbank sei zu 27 Prozent beteiligt, freie Aktionäre zu rund 31 Prozent.

Die Nummer drei (T-Mobile) und vier (Sprint) im US-Telefongeschäft haben gemeinsam nach eigenen Angaben rund 127 Millionen Kunden und einen kombinierten Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Dollar. Die Fusion verbessert die Position in Konkurrenz zu den die Branchenführern Verizon und AT&T. Damit könnte der dritte Versuch, mit dem innerhalb von vier Jahren eine Fusion versucht wird, zum Erfolg führen. Eigentlich hatten die Telekom und der japanische Technologiekonzern Softbank die Verhandlungen um eine Fusion ihrer US-Mobilfunktöchter erst vor fünf Monaten offiziell eingestellt. Sprint war beim Börsenschluss am Freitag rund 26 Milliarden Dollar schwer, das entspricht etwa 6,50 Dollar je Aktie.

Die Vereinbarung steht nach Angaben der Telekom unter dem Vorbehalt notwendiger behördlicher Genehmigungen und der Zustimmung der Aktionäre von T-Mobile US und Sprint sowie weiteren Vollzugsbedingungen. Die Kartellbehörden hatten die Fusionspläne 2014 schon einmal gestoppt.

Im vergangenen Jahr schien ein Zusammenschluss wieder zum Greifen nahe, die beteiligten Unternehmen konnten sich letztlich aber nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. Nun endet ein Machtpoker, bei dem die Telekom sich dank des starken Wachstums ihrer US-Tochter in den letzten Jahren gut behauptet zu haben scheint. Die Bonner halten zwar nur 42 Prozent am fusionierten Konzern, haben aber mit 69 Prozent der Stimmrechte das Sagen. Dieses Zugeständnis dürfte Masayoshi Son nicht leicht gefallen sein. Der Chef des japanischen Softbank-Konzerns, dem fast 85 Prozent an Sprint gehören, ist neben Telekom-Boss Tim Höttges der wichtigste Entscheider bei dem Mega-Deal. Der Milliardär mit dem Spitznamen Masa hatte Sprint 2012 mit dem Ziel übernommen, den US-Markt aufzurollen. Deshalb wollte er auch den – damals noch kleineren Rivalen – T-Mobile übernehmen.

Seitdem hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die US-Tochter des Bonner Telekom-Konzerns war die letzten Jahre wirtschaftlich so erfolgreich, dass sich Sprint jetzt mit der Rolle des Juniorpartners begnügen muss. Die Telekom erhält die stimmrechtliche Kontrolle an der fusionierten Gesellschaft, die der extrovertierte T-Mobile-Chef John Legere führen wird.