Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich bereit erklärt, persönlich im Europaparlament zum Datenskandal um Cambridge Analytica auszusagen. Das teilte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani mit. Zuckerberg werde möglicherweise schon in der kommenden Woche nach Brüssel kommen. "Unsere Bürger verdienen eine volle und detaillierte Erklärung", sagte der Parlamentspräsident. Zuckerberg solle unter anderem Vorsitzende der EU-Parlamentsfraktionen treffen.

Das Europaparlament hatte wochenlang versucht, Zuckerberg zu einer Aussage zu bewegen. Zuckerberg hatte aber nur angeboten, seinen Vizechef für Öffentlichkeitsarbeit, Joel Kaplan, vorzuschicken. Tajani hielt dem entgegen, das Parlament vertrete mehr als 500 Millionen Bürger und sei bei der Gesetzgebung im weltweit stärksten Wirtschaftsraum ein wichtiger Entscheidungsträger.

Im Skandal um Facebook und Cambridge Analytica könnten nach Einschätzung von Facebook die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein. Unter ihnen sollen auch 2,7 Millionen EU-Bürger sein.

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU), begrüßte Zuckerbergs Zusage und führte sie darauf zurück, dass viele Europapolitiker sie geschlossen eingefordert hätten. "Wir werden Klartext reden, weil Facebook in Europa mehr Konsumenten hat als in den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Weber. Man werde klar einfordern, dass die Regeln der neuen Datenschutzvorgaben der EU auch "von Facebook zu 100 Prozent angewandt" würden, ergänzte er. "Darauf brauchen wir klare Antworten von Zuckerberg."