Am in Teilen fertiggestellten Hauptstadtflughafen BER in Berlin gibt es Probleme bei der Kabelsanierung. Das berichtet die Bild am Sonntag unter Berufung auf Dokumente des TÜV Rheinland und der Projektsteuerfirma WSP. Demnach stellt ein interner Statusbericht der WSP vom 16. April, der der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt, fest, dass sich die Verkabelung am BER elf Monate hinter Zeitplan befinde. Es bestünden 1.415 Mängel, davon 863 "wesentliche Mängel". Weitere Verzögerungen hätten eine "Eintrittswahrscheinlichkeit von > 50 %".

Laut Bild am Sonntag hält die Projektsteuerfirma den derzeit geplanten Eröffnungstermin, Oktober 2020, für wenig realistisch. Flughafen-Sprecher Hannes Stefan Hönemann widersprach dieser Darstellung. Der BER ist seit 2006 im Bau; fünf Mal musste seine Eröffnung, die zunächst für Oktober 2011 geplant war, bereits verschoben werden.

Schon im Februar hatte der TÜV Rheinland laut dem Zeitungsbericht einen 466-seitigen Bericht zur Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung am BER vorgelegt. Darin hieß es, die Betriebssicherheit der betreffenden Anlagen könne "nicht abschließend bescheinigt" werden.

Flughafen-Sprecher Hönemann bestätigte zwar die Existenz der Dokumente, wies aber darauf hin, dass der Bericht den Stand von Mitte April abbilde. Seitdem seien Gegenmaßnahmen ergriffen und erfolgreich umgesetzt worden. Mängel seien beseitigt worden oder würden aktuell beseitigt. Beispielsweise seien die Teams der Baufirma ROM, die in dem internen Bericht scharf kritisiert wird, verstärkt worden. Am geplanten Eröffnungstermin des BER im Oktober 2020 änderten die jüngsten Probleme nichts, betonte Hönemann.