Der Hauptstadtflughafen BER soll bereits zu seiner Eröffnung erweitert werden. Das zusätzliche Terminal 2 soll bis zum Sommer 2020 fertiggestellt werden und eine Kapazität von sechs Millionen Passagieren im Jahr haben. Damit wäre es rechtzeitig zur geplanten Eröffnung fertig.

Durch das neue Terminal werde die Gesamtkapazität des BER bei der Eröffnung auf 28 Millionen Passagiere erhöht, teilte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg mit. Zusammen mit dem Flughafen Schönefeld, der bis Ende 2025 in Betrieb sein werde, schaffe der Flughafenstandort dann etwa 40 Millionen Passagiere pro Jahr. "Der BER wird von Beginn an über ausreichende Kapazitäten verfügen", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Durch das zusätzliche Terminal bekämen vor allem die immer stärker werdenden Billigfluglinien bessere Voraussetzungen in Berlin.

Der Hauptstadtflughafen BER sollte ursprünglich bereits 2012 in Betrieb gehen. Die Eröffnung verspätete sich wegen zahlreicher technischer Mängel immer wieder. Nach den aktuellen Plänen soll der Flughafen im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Allerdings war schon länger abzusehen, dass die Kapazität des Flughafens nicht ausreicht, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen.

BER - »Wir werden diesen Kladderadatsch aufräumen« Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup lobt Fortschritte auf der Baustelle des BER. Im Video nimmt er zu der geplanten Eröffnung Stellung. © Foto: Bart Biesemans

Um keine neuen Risiken einzugehen, soll das neue Terminal möglichst einfach gestaltet werden. Der 240 Meter lange Riegel soll nur wenige Fenster bekommen und sonst komplett mit Metallpaneelen verkleidet werden. Das neue Abfertigungsgebäude soll vor einem der Seitenflügel des Hauptterminals entstehen. Im Brandfall soll der Rauch ausschließlich über Klappen auf dem Dach abziehen, nicht durch den Keller, wie im Hauptterminal. Ein Grund für die Verspätung beim Bau des Hauptterminals waren Probleme mit dem Brandschutz. Nach mehreren Umplanungen während des Baus ließ sich die komplizierte Brandschutzanlage nicht mehr steuern. 

Damit unterscheidet sich das geplante Terminal stark von den Glas- und Betongebäuden des Hauptterminals von gmp, dem Büro des Architekten Meinhard von Gerkan. "Insgesamt ist es ein zweckmäßiges Gebäude, es ist keine Kathedrale des Verkehrs", sagte Daldrup. Bis zum Sommer will die Flughafengesellschaft den Bauauftrag für das neue Terminal vergeben.