US-Präsident Donald Trump will trotz der jüngsten Annäherung zwischen den USA und China weitere chinesische Produkte mit milliardenschweren Importzöllen belegen. Am 15. Juni werde eine entsprechende Liste mit Produkten aus dem asiatischen Land veröffentlicht, teilte das Weiße Haus mit. Für diese sollen Importzölle im Gegenwert von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar fällig werden. Kurz danach sollten zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Milliarden verhängt werden.

Bei den Verhandlungen in Washington vor rund einer Woche hatten die USA und China eine Einigung erzielt: In einer gemeinsamen Erklärung hatten die Länder mitgeteilt, einen Konsens über Maßnahmen gefunden zu haben, die das US-Handelsdefizit mit China verringern sollen. China werde den Import von Waren und Dienstleistungen aus den USA deutlich erhöhen. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte nach den Verhandlungen gesagt, Importzölle auf Stahl und Aluminium seien kein Thema mehr.

Trump hatte die Handelsmaßnahmen gegen China erstmals im März bekannt gegeben und seitdem bereits erweitert. Das nun ergänzte Memorandum Trumps richtet sich vor allem auf den Schutz geistigen Eigentums und auf den Technologietransfer. Die USA wollen diesen Transfer ebenso beschränken wie bestimmte Investitionen. Eine entsprechende Liste soll laut Weißem Haus am 30. Juni vorlegt und "bald darauf" umgesetzt werden.

Am kommenden Wochenende wird eine US-Delegation unter Führung von Handelsminister Wilbur Ross in Peking erwartet, um die Verhandlungen im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften fortzusetzen. Dieser Streit ist für die USA auch deswegen heikel, weil Washington im Atomstreit mit Nordkorea auf die Hilfe Pekings angewiesen ist.