Die USA haben angekündigt, nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran auch ihre Wirtschaftssanktionen gegen das Land wieder einzuführen. China investiert dagegen weiter in den Ausbau der Handelsrouten zwischen den beiden Ländern. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, eröffnete am Donnerstag ein Güterzug eine neue Schienenverbindung aus dem Norden Chinas in die iranische Hauptstadt Teheran.

Laut Xinhua fuhr der mit 1.150 Tonnen Sonnenblumenkernen beladene Zug aus der Stadt Bayan Nur in der autonomen Region der Inneren Mongolei ab und soll 15 Tage später in Teheran ankommen. Das ist eine Ersparnis von mindestens 20 Tagen im Vergleich zum Seeweg. Die 8.352 Kilometer lange Strecke verläuft durch die zentralasiatischen Staaten Kasachstan und Turkmenistan. Bereits in den Jahren 2016 und 2017 hatten zwei einzelne Güterzüge die Strecke zwischen China und dem Iran zurückgelegt.

China und der Iran hatten mit dem Start des Atomabkommens vor zwei Jahren vereinbart, den wechselseitigen Handel beider Länder in den kommenden zehn Jahren auf 600 Milliarden Dollar (504 Milliarden Euro) mehr als zu verzehnfachen. Für Peking ist die Vernetzung mit dem Iran ein wichtiger Bestandteil seiner sogenannten Neuen Seidenstraße. Im Rahmen des Infrastrukturprojektes sollen neue Wirtschaftskorridore von China nach Europa und Afrika entstehen. China investiert dabei unter anderem in den Seehafen im griechischen Piräus, wo ein zentraler Brückenkopf für den Handel mit Europa entstehen soll.

Die chinesische Regierung hatte den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran kritisiert. Es sei ein multilaterales Abkommen, das der UN-Sicherheitsrat gebilligt habe, sagte Außenamtssprecher Lu Kang. "Alle Seiten sollten es ernsthaft umsetzen." Die Vereinbarung sei wichtig, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern sowie Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Es setze auch ein Beispiel für die Lösung von Krisen durch politische Mittel.