Der frühere Bundeswirtschafts- und -außenminister Sigmar Gabriel (SPD) soll in den Verwaltungsrat des künftigen deutsch-französischen Zugkonzerns Siemens Alstom einziehen. Dies geht aus einer Mitteilung der beiden Unternehmen hervor. Demnach wurde der frühere SPD-Vorsitzende von dem Münchner Industriekonzern Siemens als unabhängiges Mitglied nominiert und soll in seiner Funktion – so wie die übrigen elf Gremiumsmitglieder – die Geschäfte der geplanten Allianz überwachen. Die Aktionäre müssen den Nominierungen auf der kommenden Hauptversammlung noch zustimmen.

Gabriel verteidigte die Berufung in den Verwaltungsrat – und hat demnach die Bundesregierung bereits umfassend über seine geplante Tätigkeit informiert. Dabei werde er sich "selbstverständlich strikt an die in der letzten Legislaturperiode neu geschaffenen gesetzlichen Vorgaben" halten, teilte Gabriel mit. Den Bestimmungen zufolge dürfen ehemalige Mitglieder der Bundesregierung frühestens nach einem Jahr einer Tätigkeit in der Privatwirtschaft nachgehen. Der frühere SPD-Chef stehe damit ab März 2019 für Siemens Alstom zur Verfügung.

Gabriel wäre dann Teil des künftig weltweit zweitgrößten Bahnbauers sowie des größten Herstellers von Signaltechnik. Bereits als Bundeswirtschaftsminister hatte er sich für ein Geschäft zwischen Siemens und Alstom stark gemacht. Dies biete "große Chancen" für Deutschland und Frankreich, hieß es 2014 aus dem damals von Gabriel geführten Ressort.

Bis Ende des Jahres wollen der ICE-Hersteller Siemens und der französische TGV-Hersteller Alstom ihre Geschäfte zusammenlegen – wenn die Kartellbehörden ihre Zustimmung erteilen. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf einen Umsatz von gut 15 Milliarden Euro und würden dann weltweit rund 62.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.

Mit ihrer Fusion wollen die Deutschen und Franzosen vor allem der neuen starken Konkurrenz aus China Paroli bieten. Der CRRC-Konzern hält im weltweiten Wettlauf um Bahnaufträge seit einigen Jahren gut mit. Überhaupt ist das Bahngeschäft ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum chinesischen Staatsziel, bis 2025 in allen Schlüsseltechnologien zum Westen aufzuschließen.