Als Antwort auf die US-Importzölle auf Stahl und Aluminium plant die EU-Kommission, ab dem nächsten Monat ebenfalls neue Abgaben zu erheben. Bis Ende Juni solle eine Einigung mit den Mitgliedsstaaten erzielt werden, "sodass die neuen Zölle ab Juli gelten", sagte Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič in Brüssel.

Bereits vor Wochen hatte die EU für diesen Zweck eine Liste mit US-Waren erstellt, auf die sie ihrerseits Abgaben erheben will. Die Liste umfasst neben Stahlprodukten auch Bourbon Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans. Insgesamt wären Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro von den Zöllen der EU betroffen.

Ihre Importzölle hatte die EU-Kommission Mitte Mai bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Vizepräsident Maroš Šefčovič betonte, die Zölle stünden "voll im Einklang mit den WTO-Regeln". Es handle sich um eine "maßvolle und sinnvolle Antwort auf die unilaterale und illegale Entscheidung der USA".

Seit dem 1. Juni erheben die USA 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminiumimporte. US-Präsident Donald Trump lässt inzwischen auch Zölle auf europäische Autos und Autoteile prüfen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert.