Deutschland kommt beim Klimaschutz noch langsamer voran als zuletzt angenommen. Der aktuelle Klimaschutzbericht zeigt: Die Bundesrepublik wird ihr Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, nicht erreichen. Derzeit scheinen nur 32 Prozent Ersparnis möglich. Ohne das 2014 beschlossene Aktionsprogramm Klimaschutz wäre die Lücke sogar noch größer.

Gründe für die Emissionen sind das vergleichsweise starke Wirtschaftswachstum, der gesunkene Preis für Öl, Kohle und Gas sowie die Zuwanderung. Eine Million mehr Einwohner bedeuten auch einen Anstieg des Energieverbrauchs und damit des CO2-Ausstoßes. Auch der Verkehr nimmt immer mehr zu.

Der Klimaschutzbericht gehört zu den Arbeitsgrundlagen für die Kohlekommission, die noch in diesem Monat mit der Arbeit beginnen wird. Sie soll unter anderem einen Weg beschreiben, wie Deutschland aus der klimaschädlichen Stromproduktion aus Kohle aussteigen kann und die Maßnahmen bestimmen, mit denen Deutschland möglichst nah an das 2020er-Ziel kommen kann. Deutschland soll in jedem Fall sein – international verbindliches – Ziel für 2030 schaffen. Derzeit gibt es in der großen Koalition unter anderem einen Streit über einen zusätzlichen Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen für den Klimaschutz.

Die Niederlande fordern derweil eine drastische Erhöhung der europäischen Klimaziele. Statt wie geplant um 40 Prozent sollten bis 2030 die Treibhausgase um 55 Prozent gesenkt werden, sagte Ministerpräsident Mark Rutte in einer Grundsatzrede im Europaparlament. Dies diene nicht nur dem Weltklima, sondern nütze Europas Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität.