Der Mindestlohn in Deutschland soll im Jahr 2019 auf 9,19 Euro steigen und zum 1. Januar 2020 noch mal auf 9,35 Euro pro Stunde. Auf einen entsprechenden Vorschlag verständigte sich die sogenannte Mindestlohnkommission. Für rund drei Millionen Menschen, die Mindestlohn bekommen, bedeutet dies ab dem 1. Januar mehr Gehalt. Die Bundesregierung muss die künftige Höhe des Mindestlohns noch per Verordnung umsetzen, es wird erwartet, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Vorlage annimmt.

Der Mindestlohn war 2015 mit einer Höhe von 8,50 Euro gestartet, zum 1. Januar 2017 wurde er dann auf den zurzeit geltenden Wert von 8,84 Euro heraufgesetzt. Die Mindestlohnkommission setzt sich zusammen aus je drei Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften, einem Vorsitzenden, sowie zwei nicht stimmberechtigten Wissenschaftlern.  

Als Richtwert gilt die Entwicklung der Tariflöhne

Die Kommission orientiert sich bei der Anpassung des Mindestlohns an der Entwicklung der durchschnittlichen Tariflöhne. Sie muss dabei mehrere Faktoren berücksichtigen: den Mindestschutz der Arbeitnehmer, faire Wettbewerbsbedingungen und das Ziel, Beschäftigung nicht zu gefährden. Dabei gibt es einen gewissen Spielraum, was genau in die Berechnung eingeht.

Die erste Anhebungsstufe zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro brutto pro Stunde entspricht dem Betrag, der sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts rein rechnerisch aus dem Tarifindex ergibt. Er stieg von Dezember 2015 bis Dezember 2017 um 4,8 Prozent. Laut Kommission berücksichtigt die zweite Anhebungsstufe auf 9,35 Euro auch Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2018. 

Die Gewerkschaften hatten für einen "ordentlichen Zuschlag" geworben. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnte dagegen vor einer stärkeren Anhebung als auf 9,19 Euro.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten nach einer Arbeitsaufnahme, Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktika unter drei Monaten. Daneben gibt es in mehreren Branchen Mindestlöhne, die über der Lohnuntergrenze liegen.