Wer sich in Deutschland überschuldet, steht im Schnitt mit dem 28-Fachen seines Monatseinkommens in der Kreide. Auf 30.170 Euro summierten sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Verbindlichkeiten von Deutschen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben.

Am schwersten an ihrer finanziellen Last zu tragen haben nach Angaben der Wiesbadener Behörde Schuldner in Rheinland-Pfalz: Sie hatten im Schnitt 37.518 Euro Verbindlichkeiten und damit das 35-Fache ihres durchschnittlichen Monatseinkommens. Oder anders ausgedrückt: Könnte ein Betroffener sein gesamtes Einkommen zum Abtragen der Schulden einsetzen, wäre er nach 35 Monaten schuldenfrei. 

Im Saarland (33.775 Euro Schulden) bräuchten Verbraucher demnach in einem solchen Fall 34 Monate, um ihren Schuldenberg abzutragen, in Nordrhein-Westfalen (36.090 Euro) wären es 32 Monate. Am geringsten belastet waren im Bundesländervergleich Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (22.025 Euro), die im günstigsten Fall 23 Monate für den Schuldendienst bräuchten. In Brandenburg und Bremen benötigen die Menschen dafür bestenfalls 24 Monate.

Eine plausible Erklärung, warum es zwischen den einzelnen Ländern so starke Unterschiede gibt, konnten die Statistiker nicht abgeben. Das durchschnittliche Monatseinkommen der Betroffenen sei in den meisten Fällen nicht der Grund: Es lag auf einem ähnlichen Niveau zwischen 925 und 1.193 Euro. Hauptursache für die Überschuldung ist Arbeitslosigkeit.

Die Zahlen beruhen auf Angaben von 528 der rund 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu etwa 127.000 beratenen Menschen. Die Daten wurden anschließend hochgerechnet. Für Sachsen-Anhalt lagen zu wenige Daten vor.