Im Streit um das Atomabkommen mit dem Iran haben sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland darauf verständigt, weiterhin Irans Recht zum Export von Öl und Gas zu unterstützen. Auf dem Außenministertreffen in Wien teilten die fünf Staaten mit, sie blieben ihren wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran verpflichtet. Dies schließe die "Fortsetzung von Irans Öl- und Gasexport" ein.

Die Zusage ist Teil einer längeren Liste an Maßnahmen zur Rettung des Atomabkommens. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini leitete die Zusammenkunft mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Es war das erste Treffen dieser Art, seit US-Präsident Donald Trump das Abkommen mit dem Iran vor zwei Monaten einseitig aufgekündigt hat.

Iran zeigt sich zuversichtlich

Das Atomabkommen von 2015 sieht vor, dass der Iran sein Atomprogramm zurückfährt und überwachen lässt. Auf diese Weise soll das Land am Bau einer Atomwaffe gehindert werden. Im Gegenzug versprachen die Unterzeichnerstaaten einen Ausbau der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen. Anfang Mai hatte Trump den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen angekündigt und drohte mit erneuten US-Sanktionen gegen den Iran. Seither ist unklar, wie es mit dem Abkommen weitergeht. Der Iran hatte zuletzt betont, dass er nur dann an dem Abkommen festhalten will, wenn er wirtschaftlich davon profitiert.

Nach dem Außenministertreffen zeigte sich die iranische Seite zuversichtlich. "Das Treffen war ein Schritt vorwärts", sagte Irans Außenminister Dschawad Sarif. "Dennoch sind es bis jetzt Verpflichtungen seitens der EU. Die müssen bis zum ersten Sanktionsdatum (6. August) in die Praxis umgesetzt werden."