In Großbritannien sind nach dem Brexit-Votum die Auslandsinvestitionen um 80 Prozent eingebrochen. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach sind die Investitionen von Ausländern in Großbritannien auf 15 Milliarden Euro zurückgegangen. In den Jahren zwischen 2010 und 2016 hatte das Land jährlich Auslandsinvestitionen in Höhe von 66 Milliarden Euro angezogen.

Laut der IW-Studie konnten andere EU-Länder bei den Investitionen aus dem Ausland zulegen. In Frankreich zum Beispiel wurden knapp 50 Milliarden Euro investiert und damit doppelt so viel wie in den Vorjahren. Auch in Deutschland stiegen die Auslandsinvestitionen im Jahr 2017 um zwei Milliarden auf insgesamt 35 Milliarden Euro. Auch in den Niederlanden, Österreich und Schweden nahmen die Investitionen zu.

"Die große Unsicherheit über die weitere Entwicklung nach dem Brexit dürfte dazu geführt haben, dass die Auslandsinvestitionen im UK eingebrochen sind", schreibt IW-Autor Jürgen Matthes zu den Ergebnissen der Studie. Demnach sei Großbritannien vor der Brexit-Entscheidung "unter den EU-Staaten traditionell der beliebteste Standort für ausländische Direktinvestitionen" gewesen.

Derzeit verhandeln die EU und Großbritannien über ein Brexit-Abkommen. Allerdings sind viele Punkte unklar, etwa zur Grenze zwischen Irland und Nordirland. Beide Seiten warnen deshalb inzwischen davor, dass es zu einem No-Deal-Brexit ohne Abkommen kommen könnte.