In Deutschland zahlen in diesem Jahr knapp drei Millionen Menschen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Das geht aus einer Schätzung des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Carl-Julius Cronenberg hervor. Das sind fast 140.000 Menschen mehr als noch im vergangenen Jahr – und etwa 630.000 mehr als 2014. Über die Regierungsantwort hatte zunächst die Wirtschaftswoche berichtet.

Ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 54.950 Euro muss der Spitzensteuersatz gezahlt werden. Ab dieser Grenze wird das Einkommen zu 42 Prozent versteuert. Der doppelte Wert gilt für Ehepaare – bei ihnen liegt die Grenze dementsprechend bei 109.900 Euro.

Laut dem FDP-Politiker wollte das von Olaf Scholz (SPD) geführte Finanzministerium keine weiteren Angaben machen. Cronenberg berechnete, dass bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 aufgrund der Lohn- und Gehaltszuwächse noch 600.000 bis 800.000 Menschen zusätzlich den Spitzensteuersatz zahlen müssten.

"Das ist keine Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, wie sie im Koalitionsvertrag versprochen war, sondern eine weitere Überbelastung", sagte Cronenberg. "Wer dauerhaft die Leistungsträger überbelastet, darf sich nicht wundern, dass kein Zusammenhalt in unserer Gesellschaft entsteht."