Der Abstand zwischen der Vorstandsvergütung und den Mitarbeitereinkommen in den 30 deutschen Dax-Konzernen ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Nach Berechnungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdiente ein Dax-Vorstand 2017 durchschnittlich 71-mal so viel wie die Beschäftigten seines Unternehmens. 2014 war es demnach noch das 57-Fache.

Die Vorstandsvorsitzenden haben der Studie zufolge im vergangenen Jahr sogar das 97-Fache verdient. Postchef Frank Appel führte mit dem 232-fachen Einkommen die Rangliste der Konzernchefs an, darauf folgen die Vorstandsvorsitzenden von Heidelberg Cement, Adidas, Daimler und SAP. Schlusslicht ist die Commerzbank: Topmanager Martin Zielke bekam das 25-Fache.

Je nach Dax-Unternehmen fielen die Gehaltsabstände zwischen Vorständen und Mitarbeitern sehr unterschiedlich aus. Sie reichten vom 20-Fachen bei der Commerzbank bis zum 159-Fachen bei der Deutschen Post.

Gehaltsabstand wuchs in zwölf Jahren um 70 Prozent

Das Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung berechnete die sogenannte Manager-to-Worker-Pay-Ratio zum fünften Mal seit 2005. In den zwölf Jahren bis 2017 ist der Gehaltsabstand zwischen Topmanagern und einem Durchschnittsbeschäftigten demnach um rund 70 Prozent gewachsen. 2005 bekam ein Vorstandsmitglied im Dax im Schnitt 42-mal so viel wie ein Beschäftigter.

Deutsche Unternehmen müssen nicht angeben, wie das Verhältnis zwischen Vorstandsvergütung und durchschnittlichem Verdienst im Unternehmen ausfällt. Die Studienautoren fordern die Bundesregierung auf, mit der anstehenden Umsetzung der EU-Aktionärsrichtlinie in deutsches Recht für mehr Transparenz zu sorgen. Das sei hinsichtlich des Gerechtigkeitsempfindens und der Motivation der Belegschaften wichtig.