Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA, China und der Europäischen Union könnte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) der gesamten Weltwirtschaft empfindlich schaden. "Im schlimmsten Fall könnte der Effekt auf die weltweite Wirtschaftsleistung im Bereich von 0,5 Prozent liegen", sagte die IWF-Direktorin Christine Lagarde beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires. Sie werde den Ministern einen entsprechenden Bericht übergeben.

Der IWF hatte auf Basis der zuletzt erhobenen Zölle auf Stahl und Aluminium durch die USA und der darauf folgenden Vergeltungszölle von China und der EU verschiedene Prognosen durchgerechnet. Die Regierung in Washington hatte etwa Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hatte Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang erlassen.

Im schlechtesten Fall – nämlich wenn die Zölle auch das Vertrauen der Investoren mindern – könnte die weltweite Wirtschaftsleistung demnach im Jahr 2020 um 0,5 Prozent oder 430 Milliarden US-Dollar niedriger liegen als bislang erwartet, analysierte der IWF.

Zwar hätten alle Länder unter den negativen Effekten zu leiden, allerdings wäre gerade die US-Wirtschaft besonders stark betroffen. Zahlreiche Produkte aus den USA könnten mit höheren Zöllen belegt werden, schrieben die IWF-Experten. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte erklärt, der Handelsstreit habe noch keine makroökonomischen Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft.

Am Freitag drohte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf chinesische Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar. Die EU setzte er mit der Drohung unter Druck, Autoimporte mit höheren Zöllen zu belegen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde.