US-Präsident Donald Trump hat seine Vereinbarungen mit der EU zur Beilegung des Handelsstreits gelobt. "Wir haben gerade Europa für euch Farmer geöffnet", sagte Trump bei einer Veranstaltung im landwirtschaftlich geprägten US-Bundesstaat Iowa. Der europäische Markt werde nun für die Importe von Sojabohnen aus den USA "geöffnet".

Trump und Juncker hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Juncker versprach Trump außerdem, dass die EU mehr Soja aus den USA abnehmen werde. Beide Seiten wollen außerdem Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. 

Wie der transatlantische Sojahandel gesteigert werden soll, ist bislang allerdings ungewiss. Derzeit gibt es keine EU-Einfuhrzölle auf den Agrarrohstoff. Ein EU-Vertreter sagte, allein die Märkte würden darüber entscheiden, ob die EU mehr Soja aus den USA importiert. "Wir werden uns nicht in eine Volkswirtschaft nach sowjetischem Muster verwandeln", sagte er.

Aus der EU-Kommission hieß es, man habe Trump die Zusage machen können, weil wegen der sinkenden Preise durch den Handelsstreit zwischen den USA und China die Nachfrage für amerikanisches Soja in Europa steigen werde.

Welthandel - Warum gibt es Handelskonflikte? Der Handelsstreit der weltweit größten Volkswirtschaften hat begonnen: Die USA erheben Importzölle auf Waren aus China. Das Video erklärt Auslöser und mögliche Folgen. © Foto: Liza Arbeiter

Zuversicht in der Bundesregierung, Skepsis in Frankreich

CDU-Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet nach der jüngsten Vereinbarung mit einer neuen wirtschaftlichen Dynamik. "Durch die Einigung mit der US-Administration wird auch die wirtschaftliche Dynamik wieder zunehmen", sagte Altmaier der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Sorge vieler vor einem Handelskonflikt sei "jetzt erst einmal vom Tisch".

Er gehe davon aus, dass Handelshindernisse deutlich reduziert werden, sagte Altmaier außerdem der Passauer Neuen Presse. "Wenn wir die Vereinbarung umsetzen, bedeutet dies, dass Zölle für Industrieprodukte auf null reduziert werden."

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich skeptisch zu den Handelsabsprachen geäußert. Die Gespräche zwischen Trump und Juncker seien zwar "nützlich" gewesen, sagte Macron. Zugleich sprach er sich aber gegen Verhandlungen über ein umfassendes Handelsabkommen mit Washington aus.

Der Kontext erlaube derartige Verhandlung im Augenblick nicht, sagte Macron. Zuvor erwarte er "Entspannungssignale zu Stahl und Aluminium, die von den USA mit illegalen Zöllen belegt wurden".