US-Präsident Donald Trump ist im Handelsstreit mit China nach eigenem Bekunden zu weiteren Schritten bereit. Er drohte mit Zöllen auf alle in die USA importierten Waren aus der Volksrepublik: "Ich bin bereit, bis 500 zu gehen", sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. Damit nahm er Bezug auf die 505,5 Milliarden Dollar, auf die sich die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr summierten.

"Ich mache das nicht für die Politik", sagte Trump. "Ich mache das, um das Richtige für unser Land zu tun." Die USA seien "eine lange Zeit von China abgezockt" worden. Chinesische Offizielle hätten ihm gesagt, dass sich niemand aus früheren US-Regierungen über das Handelsdefizit beschwert habe, bis er gekommen sei. Sie hätten gesagt: "Jetzt machst du mehr, als sich nur zu beschweren. Uns gefällt nicht, was du machst."

Er wolle "ihnen keine Angst einjagen, ich möchte, dass es ihnen gut geht, ich mag Präsident Xi wirklich, aber das (der Handel) war sehr unfair", sagte Trump weiter.

Trump hat seine Zollpolitik immer wieder mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China begründet. Er sieht es als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung. Bereits im Juni hatte der US-Präsident China mit Zöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar gedroht. Anfang Juli waren zuletzt US-Zölle auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten, wenige Tage später kündigte Trumps Regierung weitere Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar ab September an. 

US-Unternehmen in Sorge

China kritisiert, die USA würden mit immer neuen Zöllen den gegenseitigen Handel zerstören. Doch nicht nur die Volksrepublik beschwert sich über die Handelspolitik der US-Regierung. Trump hat auch Verbündete der USA verärgert, etwa die EU-Staaten mit Abgaben auf Stahl und Aluminium. Viele Handelspartner reagierten mit Gegenmaßnahmen. Die Folgen sind nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits weltweit spürbar.

Einer Umfrage der US-Zentralbank Fed zufolge fürchten die Unternehmen in den USA negative Auswirkungen der Handelspolitik von Donald Trump auch im eigenen Land: Schon jetzt würden sie höhere Preise registrieren, auch gebe es Lieferschwierigkeiten. Die protektionistische Politik betrachteten demnach viele mit Sorge.