US-Präsident Donald Trump hat die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) erneut für steigende Benzinpreise in den USA verantwortlich gemacht. "Das Opec-Monopol muss sich daran erinnern, dass die Benzinpreise steigen und es wenig tut, um zu helfen", schrieb Trump auf Twitter. "Wenn überhaupt, dann treiben sie die Preise in die Höhe, während die Vereinigten Staaten viele der Mitglieder für sehr wenig Geld verteidigen." Das sei keine Einbahnstraße. "Jetzt die Preise reduzieren", forderte Trump.

Hohe Öl- und Benzinpreise könnten für die Republikaner ein Problem bei den Kongresswahlen im November sein. Dabei geht es nicht nur um die Verbraucher: Trump will mit seinen Steuersenkungen und der Rücknahme von Regulierungen die US-Wirtschaft stärken. Höhere Ölpreise könnten den Aufschwung behindern, da sie Haushalte und Unternehmen viel Geld kosten.

Der US-Präsident hat die Opec deshalb mehrfach kritisiert. "Die Ölpreise sind zu hoch", twitterte er beispielsweise im Juni. "Nicht gut!" Saudi-Arabien als führendes Opec-Mitglied ist nach Angaben von Trump zur Ausweitung seiner Ölförderung bereit. Das hat das Königreich bisher allerdings nicht bestätigt.

Die Opec hatte im Juni beschlossen, die Produktion um rund eine Million Barrel pro Tag oder um einen Prozent der weltweiten Nachfrage auszuweiten. Großen Abnehmern wie den USA und China reicht das allerdings nicht aus. Für Skepsis sorgten zuletzt auch die Äußerungen von Suhail al-Masruei, dem Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Er deutete an, dass es für manche der produzierenden Länder schwierig sei, die Förderung zu erhöhen, weshalb unklar sei, ob die Produktion auch tatsächlich so stark steigen werde wie beschlossen. Gemeint waren dabei unter anderem der vom Westen sanktionierte Iran sowie Venezuela.