In Deutschland gibt es nach wie vor ein erhebliches Potenzial von Menschen, die gern mehr arbeiten würden. Im vergangenen Jahr zählte das Statistische Bundesamt rund 2,4 Millionen sogenannte Unterbeschäftigte: Sie haben zwar Jobs, wünschen sich nach eigenen Angaben aber zusätzliche Arbeitsstunden. Das trifft auf etwa jeden achten Teilzeitbeschäftigten (11,8 Prozent) zu, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Aber auch 3,5 Prozent der Vollzeitkräfte würden gern noch ein paar Stunden pro Woche mehr arbeiten.

Hinzu kommen 1,6 Millionen Erwerbslose und eine Million Menschen in der sogenannten Stillen Reserve. Letztere haben keine Jobs, gelten aber auch nicht als erwerbslos, weil sie beispielsweise Rentner sind oder kurzfristig – innerhalb von zwei Wochen – keine Arbeit übernehmen können.

Insgesamt wollten im vergangenen Jahr somit knapp 5,1 Millionen Menschen in Deutschland im Alter zwischen 15 und 74 Jahren mehr tun. Dieses "ungenutzte Arbeitskräftepotenzial" sei allerdings zurückgegangen, gegenüber 2016 um 6,9 Prozent oder 373.000 Menschen. Grund ist die anhaltend gute Konjunktur, in der mehr Jobs vergeben werden.

Den Unterbeschäftigten stehen aber auch 1,4 Millionen Erwerbstätige gegenüber, die gern weniger arbeiten und dafür auch Gehaltseinbußen akzeptieren würden. Die Zahl dieser sogenannten Überbeschäftigten hat sich binnen Jahresfrist um 20 Prozent oder 234.000 Menschen erhöht.