In Deutschland sind immer mehr Arbeitsplätze unbesetzt. Die Zahl der offenen Stellen stieg mit bundesweit 1,214 Millionen auf ein neues Hoch, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte. Das seien 25.000 mehr als im ersten Quartal und 115.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Demnach kommen im bundesweiten Durchschnitt auf 100 sozialabgabenpflichtige Beschäftigte fast drei offene Stellen. Im Jahr 2012 seien es nur zwei offene Stellen gewesen. "Die Personalnachfrage ist somit deutlich gewachsen", teilte das IAB mit.

Mit 940.000 offenen Stellen gab es die meisten freien Arbeitsplätze in Westdeutschland. Im Osten blieben 270.000 Stellen unbesetzt. Gleichzeitig kommen im Osten mehr Arbeitslose auf eine offene Stelle als im Westen. In den neuen Bundesländern gibt es rechnerisch 2,1 Arbeitslose pro offene Stelle, in den alten Bundesländern sind es wie im Bundesdurchschnitt 1,9. Für viele Betriebe in Ostdeutschland sei es nicht einfach, ein konkurrenzfähiges Lohnniveau zu bieten, sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Zudem habe die jahrzehntelange Ost-West-Abwanderung von jungen Menschen ihre Spuren hinterlassen.

Kleinbetriebe haben den größten Bedarf

Wichtigster Grund für die Schwierigkeiten bei der Einstellung ist der Mangel an Bewerbern. Nach der Erhebung galt das 2017 für 31 Prozent der offenen Stellen. Sieben Jahre zuvor waren es nur 14 Prozent. Der zweitwichtigste Grund war mit 23 Prozent eine unzureichende Qualifikation der Bewerber.

Den größten Bedarf hatten Kleinbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten. Aber auch im Gesundheitswesen, beim Bau und in der Logistik werden Mitarbeiter gesucht. Zur Zeit dauert es im Schnitt 82 Tage, bis eine Stelle neu besetzt ist. 2010 waren es noch 70 Tage. 

Das Institut der Bundesagentur für Arbeit wertet viermal im Jahr die Angaben von rund 9.000 Arbeitgebern aus. Darunter fallen auch Jobs, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet wurden.