Im vergangenen Jahr haben bundesweit 515.700 Jugendliche eine Ausbildung begonnen – 5.700 oder 1,1 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Das Statistische Bundesamt, das diese Zahlen veröffentlichte, führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass mehr junge Männer ihre Tätigkeit als Azubis in Unternehmen anfingen (plus 3,7 Prozent). Frauen hingegen schlossen demnach insgesamt weniger Lehrverträge neu ab (minus 2,9 Prozent).

Einen besonders starken Zuwachs gab es laut den Statistikern aus Wiesbaden bei ausländischen Berufsanfängern (plus 36,2 Prozent). So hat sich die Zahl der Neuabschlüsse bei Männern aus den Asylherkunftsländern Afghanistan und Syrien von 3.000 im Jahr 2016 auf 10.000 im Jahr darauf mehr als verdreifacht. Frauen, die aus diesen beiden Ländern stammen, schlossen 820 neue Lehrverträge ab – 380 mehr als im Jahr zuvor.

Am beliebtesten war bei allen Berufsanfängern erneut die Lehre im Einzelhandel. 28.500 neue Verträge wurden in diesem Bereich im vergangenen Jahr abgeschlossen. In der Rangliste folgen dann Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker sowie Industriekaufleute. Knapp ein Viertel aller neu abgeschlossenen Verträge konzentrierte sich den Angaben zufolge auf diese fünf häufigsten Ausbildungsberufe.

Zudem ging die Zahl der Ausbildungsabbrüche laut Statistikamt leicht zurück. Rund 146.000 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig aufgelöst. Das waren knapp 400 weniger als im Vorjahr.

Dennoch bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt – vor allem im traditionellen Handwerk. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) konnte gut ein Drittel der Betriebe nicht alle Lehrstellen besetzen.