In Deutschland gibt es laut Medienberichten große Probleme bei Ermittlungen wegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Verantwortlich dafür sei vor allem der Zoll, berichteten Spiegel Online und der Bayerische Rundfunk.

Seit einem Jahr ist der Zoll zuständig für die zentrale Prüfung von verdächtigen Geldbewegungen, die die Banken melden. Dafür gibt es bei der Bonner Behörde die Abteilung Financial Intelligence Unit (FIU). Erkenntnisse über mögliche Geldwäsche und andere verdächtige Transaktionen soll die FIU weiterreichen an die zuständigen Ermittler von den Landeskriminalämtern (LKA).

Das geschehe allerdings nur lückenhaft, berichteten Spiegel Online und der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf ein vertrauliches Papier, in dem sich Ermittler des LKA über die Zusammenarbeit mit dem Zoll beklagen. Dieser leite auch besonders dringende Fälle teils erst nach Wochen weiter, Schreiben seien unvollständig, voller Schreibfehler und inhaltlicher Ungereimtheiten. Nach Recherchen der beiden Medien seien zwei Verdachtsfälle durch den Zoll sogar erst mit einem Jahr Verspätung weitergeleitet worden.

Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte im vergangenen Sommer die Zuständigkeit für solche Ermittlungen dem Bundeskriminalamt (BKA) weggenommen und dem Zoll übertragen. Seitdem häuften sich die Probleme. Spiegel Online und BR haben bei allen Landeskriminalämtern nach ihren Erfahrungen gefragt. Das Urteil sei eindeutig. Etwa aus Sachsen-Anhalt: Bis Ende Juli seien bei der Behörde "zwölf Fristfälle eingegangen, darunter neun nicht fristgerecht". Auch das Hamburger LKA hat laut dem Bericht "von der FIU Verdachtsmeldungen mit Zeitverzug übersandt bekommen".

Hintergrund soll laut den Medienberichten auch sein, dass der Zoll technisch und personell nicht auf die Aufgaben vorbereitet gewesen sein soll. Das sei das "größte sicherheitspolitische Desaster in der Nachkriegsgeschichte", sagt Sebastian Fiedler, stellvertretender Bundesvorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter gegenüber dem BR.