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6100000 Tonnen Tonnen weniger Winterweizen fahren deutsche Bauern dieses Jahr weniger ein als 2017

Winterweizen ist die wichtigste Getreideart, die in Deutschland angebaut wird, die Ernte ist für dieses Jahr fast abgeschlossen. Derzeit schätzt der Deutsche Bauernverband (DBV), dass die Landwirte ein Fünftel weniger Winterweizen einfahren werden als im vergangenen Jahr. Dabei war die Ernte da schon schlecht ausgefallen: Statt zu wenig, wie in diesem Jahr, regnete es zu viel. Der DBV spricht für 2018 von der "schlechtesten Ernte dieses Jahrhunderts".

Auch die Ernte von Winterroggen fällt deutlich geringer aus: Sie liegt 35 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Bei Winterraps, der wichtigsten Ölpflanze in Deutschland, geht der Bauernverband von einem Minus von 24 Prozent aus. Der Verband forderte, dass die Politik die Landwirte mit einer Milliarden Euro unterstützen soll. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will abwarten, bis Ende August der Erntebericht vorliegt. Und auch dann kann sie nur Hilfsprogramme der Länder aufstocken, betonte sie.

Quelle: Bauernverband

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175 Klimaanlagen in Fernzügen der Deutschen Bahn funktionieren nicht

94 bis 95 Prozent der Klimaanlagen seien verfügbar, hieß es von der Deutschen Bahn am Montag. Wenn fünf Prozent kaputt sind, wären das bei den vorhandenen 3.500 Klimaanlagen in Fernzügen der DB 175 Stück. Auch andere Zugteile wie Transformatoren streiken bei Hitze häufiger, deshalb nehmen Verspätungen und Zugausfälle derzeit zu. Der Hessische Rundfunk will aus Bahnkreisen erfahren haben, dass in den vergangenen Wochen bis zu 30 Prozent der Züge verspätet waren.

Die Bahn hatte zuletzt im Juli Zahlen veröffentlicht, laut denen gut 22 Prozent der Züge im Fernverkehr verspätet waren. Bei ICE- und IC-Zügen laufen die Klimaanlagen inzwischen auch, wenn sie auf Abstellgleisen stehen. Sie sollen sich nicht aufheizen. Je nach Zug sind die Geräte für Temperaturen bis 40 oder 45 Grad ausgelegt. Einige ältere Intercity-Züge sind nicht klimatisiert, im Regionalverkehr ist der Anteil ohne Klimaanlage noch größer.

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175 Kubikmeter Elbwasser fließt in der Sekunde auf Hamburg zu

Das klingt nach viel – ist aber laut Hamburger Umweltbehörde der niedrigste gemessene Wert seit 126 Jahren. Im Normalfall transportiert die Elbe jede Sekunde ein Vielfaches: 2.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kommen im Durchschnitt bei der Messstation Geesthacht vor Hamburg an. Flussaufwärts in Sachsen haben die Folgen der Hitzewelle in der Elbe sogenannte Hungersteine freigelegt, auf denen Jahreszahlen eingemeißelt sind. Diese erinnern an Zeiten des Niedrigwassers, während der die Schiffe nicht fahren konnten und deshalb viele Menschen nichts verdienten. Manche Einträge stammen noch aus dem 18. Jahrhundert. Phasen mit extremem Niedrigwasser gab es also auch früher schon.

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7500 Kilogramm toter Fisch wurden seit dem 18. Juli in Hamburg eingesammelt

Der Fisch musste in der Müllverbrennung vernichtet werden, sagt Björn Marzahn von der Hamburger Umweltbehörde. Fische brauchen zum Überleben Sauerstoff. Wenn das Wasser immer wärmer wird, nimmt es weniger Sauerstoff auf. Problematisch ist die Lage besonders in Still- und kleineren Fließgewässern. Bei Wassertemperaturen von über 24 Grad verschlechtern sich mittlerweile auch in der Elbe und der Alster die Bedingungen für Fische. Ohne Niederschläge könnten die stehenden Gewässer "kaum durchgespült werden". Auch die mit der Wärme zunehmende Algenblüte trage zum Verenden der Fische bei, sagt Marzahn. Die Fische sterben meist nachts, wenn die Algen keine sauerstoffbildende Photosynthese betreiben – sondern selbst Sauerstoff verbrauchen.

In der Hamburger Umweltbehörde hatte man sogar mit noch mehr toten Fischen gerechnet, aber möglicherweise haben sich viele alsteraufwärts über neue Fischtreppen in frischere Fließgewässer gerettet. Sie könnten aber auch einfach tot auf dem Grund liegen, sagt Marzahn. Auch im Süden Deutschlands ist die Lage nicht besser: Ein tausendfaches Fischsterben, beispielsweise am Rhein, ist nach Experteneinschätzung kaum noch abzuwenden. Der Rhein hat westlich des Bodensees bereits 25 Grad.

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1360000000 Kilowattstunden Strom verbrauchen die Deutschen durchschnittlich an einem Tag

Das sind fast sechs Prozent mehr als im Schnitt in den beiden vergangenen Sommern. Im Durchschnitt der Sommer 2016 und 2017 waren es nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 1,28 Milliarden Kilowattstunden. Ist die Stromversorgung also wegen der Hitze gefährdet? Nein, heißt im Wirtschaftsministerium. Auch der Börsenstrompreis steigt zurzeit nicht wegen der Hitze, sondern vor allem, weil der Preis für Kohlendioxid-Emissionszertifikate, die die Betreiber von Gas- und Kohlekraftwerken kaufen müssen, gestiegen ist.

Probleme macht die Hitze dennoch: Steinkohle- und Atomkraftwerke haben Probleme, wenn die Gewässer, die sie zur Kühlung nutzen, zu warm werden. Sie müssen die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser reduzieren, um die Gewässer nicht noch weiter aufzuheizen. In Deutschland mussten AKWs ihre Leistung bereits drosseln. Die Versorgungsunternehmen müssen dann teuren Strom zukaufen. Bei den erneuerbaren Energien sieht es auch nicht gut aus: Windstrom gibt es fast keinen mehr, denn lange Hitze- und Trockenperioden gehen meist mit lang anhaltenden Hochdruckwetterlagen einher, bei denen kein Wind weht. Und selbst den Solaranlagen nützt der Dauersonnenschein wenig, denn ihr Wirkungsgrad nimmt mit zunehmender Temperatur der Module ab.

Was am Ende von diesen Einschränkungen tatsächlich auf den Stromabrechnungen der Verbraucher landen wird, ist heute noch nicht abzusehen.