Tourismusexperten rechnen damit, dass 2018 eines der bislang besten Jahre für die Tourismusbranche wird – das betrifft vor allem die Branche hierzulande. Nach Daten des Marktforschungsinstituts GfK stieg der Buchungsumsatz für das wichtige Sommergeschäft bei klassischen Reisebüros, Onlineportalen der Veranstalter und Internetportalen mit Pauschalreiseschwerpunkt bis Ende Juni um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die GfK spricht von einem bemerkenswert hohen Umsatzplus.

Ein Großteil des Geschäfts wurde bereits gebucht, auch wenn die Sommerreise-Saison noch bis Oktober läuft. Ein Ende des positiven Trends ist Experten zufolge nicht abzusehen. "Die Deutschen wollen noch mehr Geld für private Reisen und Ausflüge ausgeben als in den vergangenen Jahren", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel. Die Bereitschaft, für Kurztrips und längere Reisen Geld auszugeben, ist weiter gestiegen, wie aus Daten des BTW hervorgeht. Alle Bundesbürger zusammen buchen in diesem Jahr voraussichtlich rund 30 Millionen Reisetage mehr als 2017.

Ein Gewinner des Jahres 2018 dürfte nach Einschätzung des BTW Deutschland sein. Bis April unternahmen die Deutschen fünf Prozent mehr Tagestrips, die zum größten Teil innerhalb des eigenen Landes stattfanden. Dabei spiele sicher auch das anhaltend schöne Wetter eine Rolle, sagte Frenzel.

Nach Angaben des Reiseverbandes DRV haben die Bundesbürger in diesem Jahr deutlich früher als sonst den Urlaub gebucht. "Was aktuell noch reinkommt, sind vor allem Last-minute-Buchungen", sagt Roland Gaßner, Tourismusexperte der GfK. Im Last-minute-Geschäft mancher Veranstalter hinterlässt die Hitzewelle bereits Spuren. Statt ans Mittelmeer zu fahren, macht der eine oder andere Kurzentschlossene Ferien in Deutschland. "Unser regelmäßiges Konsumenten-Panel zeigt, dass in Jahren mit besonders schönem Sommerwetter in Deutschland der Trend etwas nach oben zeigt, Urlaub im eigenen Land zu machen", sagt Gaßner.

Die Umsätze der Veranstalter waren 2017 im Vergleich zum schwachen Vorjahr um acht Prozent auf 33,7 Milliarden Euro gestiegen. Reisebüros verzeichneten ein Plus von 1,2 Milliarden Euro auf 26,4 Milliarden Euro.