Die Methoden der vergangenen Volkszählung, dem Zensus 2011, entsprechen den Vorgaben dem Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden (Az. 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15). Damit bestätigte das höchste deutsche Gericht grundsätzlich den Methodenwechsel zu einer stark auf Registerdaten gestützten Volkszählung im Jahr 2011.

Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg hatten Klage gegen die Datenerfassung erhoben: Für den Zensus 2011 wurden erstmals vor allem statistische Angaben – wie die Register der Einwohnermeldeämter – ausgewertet. Nur ein Zehntel aller Bürgerinnen und Bürger wurde tatsächlich befragt. Im Ergebnis waren die Einwohnerzahlen von Hamburg und Berlin niedriger als erwartet – mit finanziellen Folgen: Die Einwohnerzahl gilt als entscheidende Größe für den Länderfinanzausgleich.

Zum Stichtag 9. Mai 2011 lebten nach dem Ergebnis der Volkszählung offiziell rund 80,2 Millionen Menschen in Deutschland. Für Berlin errechnete der Zensus rund 180.000 Einwohner weniger als bisher angenommen, in Hamburg war es ein Minus von knapp 83.000 Personen. Die finanziellen Einbußen lagen damit pro Jahr bei 470 bis 490 Millionen Euro für Berlin und etwa 100 Millionen Euro für die Stadt Hamburg.

Vor Gericht klagten die Stadtstaaten, dass große Städte durch die neue Erhebungsmethode benachteiligt würden. Diesen Vorwurf sahen die Richterinnen und Richter in Karlsruhe als nicht erwiesen an: Die Pflicht zu einer realitätsgerechten Ermittlung sei durch das statistische Verfahren nicht verletzt worden.