EU und USA wollen weiter intensiv verhandeln, um ihren Handelskonflikt beizulegen. "Es bleibt diesen Herbst noch viel Arbeit, unsere Teams werden in den nächsten Wochen in engem Kontakt stehen", teilte die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nach einem Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in Brüssel mit. Beide Seiten kündigten weitere Treffen an.

Malmström zog ein positives Fazit, auch wenn es noch keine inhaltlichen Fortschritte gibt. Die Unterredung in Brüssel sei vorwärtsgewandt gewesen, sagte sie. Es sei die erste Möglichkeit gewesen, die im Juli von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vereinbarten Punkte und deren Umsetzung zur Lösung des Handelsstreits zu diskutieren.

Auch Lighthizers Büro nannte das Gespräch konstruktiv. Im Oktober sollen Experten beider Seiten prüfen, in welchen Bereichen Zölle und andere Handelsbarrieren abgebaut werden können. Juncker war im Sommer nach Washington gereist, um nach höheren US-Zöllen auf Stahl und Aluminium ähnliche Abgaben auf Autos aus der EU abzuwenden. Beide Seiten einigten sich, vorerst auf solche Zölle zu verzichten. Zudem sollen Handelsbarrieren bei Industriegütern und Flüssiggas abgebaut werden. Auch will die EU mehr US-Sojabohnen kaufen. Die Details sind allerdings noch offen. Ziel ist laut einem EU-Diplomaten zunächst ein "Rahmendokument" für die Lösung des Handelsstreits, dieses sei "vielleicht bis zum Jahresende" möglich.

Im Handelsstreit zwischen China und den USA zeichnet sich unterdessen keine Entspannung ab. Die Führung in Peking drohte mit Vergeltungsmaßnahmen für jeden weiteren Zollschritt der USA. Damit wolle die Volksrepublik ihre legitimen Interessen verteidigen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Der US-Präsident hatte jüngst signalisiert, dass er entschlossen sei, praktisch sämtliche Einfuhren aus China mit Zöllen belegen zu lassen. Trump stört vor allem der chinesische Überschuss im Handel mit den USA. Er wirft der Führung in Peking unfaire Handelspraktiken vor. Die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt haben sich seit Juli gegenseitig mit Zöllen überzogen. Betroffen sind Waren im Wert von jeweils 50 Milliarden Dollar.