Nach dem Einstieg bei großen deutschen Konzernen will das Emirat Katar künftig auch verstärkt in den Mittelstand investieren. Insgesamt sei ein Engagement von rund zehn Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren geplant, sagte der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, bei einer katarisch-deutschen Investorenkonferenz in Berlin, die er zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete. "Wir sind stolz auf unsere Beziehungen und auf die Zusammenarbeit mit Deutschland", sagte Al-Thani.

Katar ist bereits unter anderem an Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens, Hochtief und SolarWorld beteiligt. Die bisherigen Investitionen belaufen sich nach katarischen Angaben auf rund 25 Milliarden Euro.

Merkel begrüßte die Investitionsbereitschaft Al-Thanis. "Sie finden kompetente Partner und eben auch verlässliche Rahmenbedingungen", sagte die Kanzlerin. Die wirtschaftlichen Beziehungen seien aber keine Einbahnstraße. Sie sehe auch gute Chancen für den Ausbau deutscher Investitionen in Infrastruktur und Industrie in Katar.

Merkel hofft auf engere Kooperation in der Gasbranche

Die Bundeskanzlerin setzt zudem auf eine engere Kooperation in der Gasbranche. "Besonders der Energiebereich birgt aus meiner Sicht noch erhebliches Potenzial für den Ausbau unserer Wirtschaftsbeziehungen", sagte Merkel. Sie nannte vor allem die Produktion von Flüssiggas, die üzur Diversifizierung der Gasbezugsquellen beitragen und damit auch der Versorgungssicherheit dienen könne. In Deutschland gebe es Überlegungen zum Bau eines Importterminals für Flüssiggas. Katar ist bereits der größte Exporteur von Flüssiggas und will seine Produktionskapazitäten weiter ausbauen.

Katar befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt mit unter anderem Saudi-Arabien. Im Juni vergangenen Jahres hatten die Führung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen, weil sie dem Emirat unter anderem die Unterstützung von Terroristen vorwerfen. Katar weist die Anschuldigungen zurück.