Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Konjunkturprognose für Deutschland erneut gesenkt. In ihrem Herbst-Konjunkturbericht rechnen Experten damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,9 Prozent wächst. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als in der OECD-Prognose von Ende Mai. Anfang des Jahres waren die Experten sogar noch von einem Plus von 2,4 Prozent ausgegangen.

Dem aktuellen Bericht zufolge dürfte sich das deutsche Wirtschaftswachstum 2019 nochmals leicht abschwächen auf 1,8 Prozent – im vorherigen OECD-Ausblick waren Experten noch von 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum für das nächste Jahr ausgegangen. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft und das Kieler Institut hatten vor einigen Wochen ihre Prognosen gesenkt.

Welthandel wächst langsamer

Ursachen für die schlechteren Prognosen sehen die Experten der OECD unter anderem in der Entwicklung der Weltwirtschaft. In dem Bericht heißt es, dass diese den Höhepunkt des aktuellen Aufschwungs erreicht haben könnte. So stehe die globale Konjunkturentwicklung nicht mehr auf einem so breiten Fundament wie noch vor wenigen Monaten.

Zudem sei der Welthandel in der ersten Jahreshälfte langsamer gewachsen. Die OECD-Autoren rechnen damit, dass sich das weltweite Wachstum in diesem und im kommenden Jahr bei 3,7 Prozent einpendelt – knapp über dem Niveau von 2017, aber etwas schwächer als noch im Mai erwartet.

Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgt für Verunsicherung

Negative Auswirkungen hätte außerdem der Handelsstreit zwischen den USA und China. "Das Vertrauen ist gesunken, Handel und Investitionen entwickeln sich langsamer als erwartet", heißt es in dem OECD-Bericht. Allerdings bekommen die USA und China die Auswirkungen des Handelskonflikts vorerst kaum zu spüren: Für die USA sagt die Organisation nahezu unverändert 2,9 Prozent in diesem und 2,7 Prozent im kommenden Jahr voraus. Für China erwartet sie ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent im Jahr 2018 und 6,4 Prozent im kommenden Jahr.

Die Unsicherheiten an den Märkten haben auch Auswirkungen auf die Eurozone: Die Wirtschaft der 19 Länder mit der Gemeinschaftswährung wächst demnach im Schnitt um 2,0 Prozent in diesem Jahr und um 1,9 Prozent im kommenden Jahr. Das entspricht jeweils einem Rückgang von 0,2 Prozent.