In knapp sechs Monaten ist es so weit: Großbritannien verlässt die Europäische Union. Aber wie? Mit einem Abkommen? Oder im Streit ohne einen Kompromiss? Wir veranschaulichen in einer Grafik, welche Handlungsoptionen Großbritannien verbleiben.  

Flussdiagramm mit den möglichen Ausgängen der Brexit-Verhandlungen

Bis spätestens November muss sich die britische Premierministerin Theresa May mit der EU auf den Austrittsvertrag und eine politische Erklärung zu den künftigen Handelsbeziehungen beider Seiten einigen. Gelingt May das, stimmt das britische Parlament über den Austrittsvertrag ab. Auch die verbleibenden 27 EU-Staats- und Regierungschefs und das EU-Parlament müssen dem Kompromiss zustimmen.

Möglich ist auch eine zweite Volksabstimmung in Großbritannien: Die kann entweder von Theresa May selbst oder vom britischen Parlament mit einer Zweidrittelmehrheit erzwungen werden. Das Problem: Ein neues Referendum braucht Zeit. Die EU müsste möglicherweise – einstimmig – einer Verlängerung der Verhandlungsfrist nach EU-Artikel 50 zustimmen. Zudem ist unklar, worüber genau die Briten abstimmen würden.   

Neuwahlen sind hingegen – zumindest in den kommenden Monaten – wenig wahrscheinlich. Zu groß ist die Sorge der Torys, dass Labour die Wahl gewinnt und der Parteivorsitzende Jeremy Corbyn Premierminister wird. Labour hingegen bringt nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Parlament zusammen, um eine Neuwahl zu erzwingen.