Cum-Ex - »Das sollte nie wieder so passieren« Olaf Scholz hat die Cum-Ex-Affäre als steuerpolitischen Skandal bezeichnet. Die Bundesregierung habe zu spät reagiert, sagte der deutsche Finanzminister auf einer ZEIT-Matinee. © Foto: Phil Dera/für DIE ZEIT

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat den Umgang der Bundesregierung mit der Cum-Ex-Affäre kritisiert. "Das, was dort stattgefunden hat, ist ein großer steuerpolitischer Skandal", sagte er bei der ZEIT Matinee in Hamburg. "Das sollte nie wieder so passieren." Im Gespräch mit ZEIT-Herausgeber Josef Joffe und ZEIT-Redakteur Roman Pletter sagte der Vizekanzler, dass Gesetze, die diesen Milliardenbetrug verhindert hätten, viel zu spät erlassen worden seien.

Scholz geht jedoch davon aus, dass der Steuerraub über Aktiengeschäfte mittlerweile nicht mehr möglich ist. "Soweit ich das überblicken kann, laufen die Geschäfte in Deutschland nicht mehr", sagte er.

ZEIT ONLINE, DIE ZEIT und andere Medien hatten berichtet, dass Betrüger mit "steuergetriebenen Aktiengeschäften" mindestens 55,2 Milliarden Euro aus den Steuerkassen Deutschlands und denen mindestens zehn weiterer europäischer Länder geraubt haben. Dieses Vorgehen wurde unter anderem als Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte bekannt.

Kurz erklärt - Wie der Cum-Ex-Steuerskandal abgelaufen ist Es ist der wohl größte Steuerskandal der deutschen Geschichte. Wie Banken und Anwälte Milliarden entwendeten, zeigen wir in diesem Video. © Foto: Kerstin Welther

Die Recherchen zeigten außerdem, dass den deutschen Behörden der Steuerraub bereits seit 2012 bekannt war. Ihnen wird vorgeworfen, andere betroffene Staaten nicht informiert zu haben. Die Cum-Ex-Geschäfte sorgen europaweit für Aufsehen.