Federal Reserve - Donald Trump kritisiert amerikanische Notenbank Nach den Kursverlusten an der amerikanischen Börse zeigt sich Donald Trump unzufrieden mit der Geldpolitik der US-Notenbank. Die Federal Reserve sei "verrückt geworden". © Foto: Evan Vucci / picture alliance / AP Photo

Nach den Kursverlusten an der New Yorker Börse hat US-Präsident Donald Trump die Politik der Zinserhöhung der unabhängigen US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve erneut kommentiert. "Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte Trump vor Reportern bei der Ankunft in Erie im Bundesstaat Pennsylvania, wo er einen Auftritt vor den Kongresswahlen Anfang November hatte. Die Notenbank "mache einen Fehler". Zudem nannte Trump die Kursverluste "eine Korrektur, auf die wir seit einer langen Zeit gewartet haben".

Am Mittwoch hatte der US-Aktienmarkt die größten Verluste seit acht Monaten hinnehmen müssen. Der Dow-Jones-Index für Industriewerte verlor 831 Punkte, der Nasdaq Composite verbuchte das größte Minus seit mehr als zwei Jahren. Es gab Hinweise auf einen Ausverkauf an der Börse. Auch die asiatischen Börsen rutschten ins Minus. Die Leitindizes in Tokio, Hongkong und Shanghai verloren mehr als drei Prozent.

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), widersprach Trump. Die Erhöhung von Leitzinsen sei in Ländern mit verbessertem Wirtschaftswachstum und zunehmender Inflation eine "notwendige Entwicklung", sagte Lagarde bei der IWF-Jahrestagung auf der indonesischen Insel Bali. Solche Entscheidungen der Zentralbanken seien "unvermeidbar", sagte die IWF-Chefin.

Besonders Technologiewerte verzeichneten Verluste. Amazon-Aktien verbilligten sich um 6,2 Prozent, Titel von Microsoft um 5,4 Prozent. Die Aktie der amerikanischen Warenhauskette Sears Holdings stürzte um 16,8 Prozent auf 0,49 Dollar ab. Nach Informationen des Wall Street Journals hat der in der Krise befindliche Einzelhändler Berater mit der Vorbereitung eines Insolvenzantrags beauftragt. Vor fünf Jahren hatte die Aktie noch mehr als 40 Dollar gekostet. 

Anleger befürchten weniger Unternehmensgewinne

Als einen Grund für die Börsenverluste nannten Analysten Sorgen vor Zinsanhebungen, aber auch die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die Unklarheit über den Brexit. Alec Young vom britischen Unternehmen FTSE Russel sagte, dass Anleger befürchteten, dass steigende Zinsen die Unternehmensgewinne im nächsten Jahr schmälern würden.

Die Federal Reserve hat in diesem Jahr schon drei Mal den Leitzins in den USA erhöht, ein vierter Schritt erscheint wahrscheinlich. Trump befürchtet offensichtlich vor den Kongresswahlen, dass der Boom in der US-Wirtschaft dadurch gebremst werden könnte. Er spricht im Wahlkampf stets von Börsenrekorden während seiner Präsidentschaft.