Die USA wollen aus dem fast 150 Jahre alten internationalen Postabkommen der Vereinten Nationen aussteigen. Das teilte die US-Regierung  mit. Ziel ist offenbar, China im Handelsstreit weiter unter Druck zu setzen. Die New York Times hatte vor Bekanntgabe der Entscheidung unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass sich der Schritt vor allem gegen chinesische Unternehmen richte, die ihre Produkte auf dem Postweg in die USA exportieren.

Die US-Regierung bezeichnete das Postabkommen als unfair für Unternehmen und Verbrauchern in den USA, zudem koste es die US-Post jährlich 300 Millionen Dollar. Durch das Abkommen könnten Händler aus China und einigen anderen Ländern bislang zu stark reduzierten Versandkosten Päckchen mit einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm in die USA schicken und dortige Wettbewerber preislich unterbieten.

"Dieses System führt zu höheren Versandkosten für amerikanische Exporteure", sagte ein Regierungssprecher. Das schade der US-Wirtschaft. Allerdings werden die USA aus dem Abkommen nicht unmittelbar aussteigen. Mit der Absichtsbekundung startet zunächst nur ein einjähriger Prozess, in dem Vertreter der Trump-Regierung bessere Bedingungen für die USA aushandeln wollen.

Die ursprünglich von 1874 stammende und insgesamt 192 Staaten umfassende Regelung wurde laut dem Bericht der New York Times 1969 so angepasst, dass Entwicklungs- und Schwellenländer – darunter auch China – deutlich besser gestellt sind als wohlhabendere Staaten in Europa und Nordamerika.