Die Mehrheit der Deutschen ist weiterhin bereit, ihr Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Das geht aus der aktuellen Konsumklimastudie des Nürnberger Marktforschers GfK hervor. "Offenbar unbeeindruckt von externen Risiken wie Handelskonflikt und Brexit sind die Konsumenten bereit, ihr Geld auszugeben", heißt es in der Studie. Für November erwarten die Forscher, dass der Konsumklimaindex bei 10,6 Punkten bleibt. Das entspricht dem Wert des Vormonats.

Laut den Experten sind die deutschen Verbraucherinnen im Hinblick auf die Lage am Arbeitsmarkt optimistisch. "Die Angst vor Jobverlust bleibt gering und damit die Planungssicherheit hoch. Das kurbelt den Konsum an", sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Zudem wirkten sich Einkommenszuwächse positiv aus: "Den Konsumenten bleibt auch real mehr in den Geldbeuteln." Auch Rentner profitierten von der Lohnentwicklung.

Weniger positive Erwartungen an die Konjunktur

Die Konsumentinnen gingen weiterhin davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr bei einem soliden Wachstumstrend bleibe, so Rolf Bürkl. Allerdings habe ihr Konjunkturoptimismus im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas nachgelassen. "Ich gehe davon aus, dass es eine vorübergehende Schwächephase ist", sagte Bürkl.

Sparen sei angesichts extrem niedriger Zinsen nach wie vor keine attraktive Alternative für die Mehrheit der Verbraucher. Für das ganze Jahr geht die GfK davon aus, dass der private Konsum real um 1,5 Prozent steigen wird.

Ein Risiko sehen die Experten in der weiteren Entwicklung im Zusammenhang mit dem Abgasskandal. Falls die Exporte von Dieselautos einbrechen sollten, könnten Beschäftigte in diesen Branchen um ihre Jobs fürchten und sich dazu entscheiden, wieder mehr zu sparen. Auch die steigende Teuerung berge Risiken, etwa wenn sich Inflationsraten jenseits der 2 Prozent verfestigten.

Die Konsumklimastudie basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Mieten, Reisen und Gesundheit.