Die Inflationsrate in Deutschland ist auf ihrem höchsten Stand seit fast sieben Jahren. Im Schnitt mussten Verbraucher im September 2,3 Prozent mehr zahlen als noch im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Eine höhere Inflationsrate habe es zuletzt mit 2,4 Prozent im November 2011 gegeben. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Werte von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Preisstabilität an.

Vor allem für Heizöl und Sprit mussten Verbraucher im September mehr zahlen als noch 2017. Energie kostete im September 7,7 Prozent mehr als vor einem Jahr – ohne Berücksichtigung dieses Werts hätte die Inflationsrate lediglich bei 1,6 Prozent gelegen. Mit 2,8 Prozent wurden auch Nahrungsmittel überdurchschnittlich teurer. Erheblich mehr verlangt wurde für Gemüse, beispielsweise für Kartoffeln. Auch für Molkereiprodukte und Eier sowie Obst mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher einiges mehr bezahlen. 

Andere Waren wurden innerhalb eines Jahres ebenfalls deutlich teurer. So stieg zum Beispiel der Preis für Bier, Zeitungen und Zeitschriften sowie für Tabakwaren. Teurer wurden auch Pauschalreisen sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen. Die Preise für alle Waren insgesamt erhöhten sich im September 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent.

Bildung ist günstiger geworden

Weniger zahlen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem für Telefone (5,3 Prozent weniger) und Geräte der Unterhaltungselektronik (4,6 Prozent weniger). Für Wohnungsmieten verringerte sich der Preisauftrieb immerhin von 1,6 Prozent in den Vormonaten auf 1,5 Prozent. Deutlich günstiger wurden auch Bildungsdienstleistungen für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter – besonders deshalb, weil in einigen Bundesländern die Betreuungskosten für Kinder wegfielen. Billiger wurden auch Flugtickets und Telekommunikation.