William D. Nordhaus und Paul M. Romer werden mit dem Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel ausgezeichnet.

Damit werden abermals zwei Ökonomen mit einem Preis geehrt. Die Akademie erklärte, die beiden würden für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation ausgezeichnet. Ihre Forschung habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen. Sie hätten dabei "Methoden entwickelt, die Antworten auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit liefern", erklärte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Beide lehren an bekannten amerikanischen Universitäten. Der US-Amerikaner Nordhaus ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten Yale-Universität und wird für seine Forschung auf dem Gebiet der Klimaökonomie geehrt. Nordhaus beschäftigt sich seit Jahrzehnten vor allem mit den Kosten des Klimawandels. So berechnete er, dass bei einer globalen Erwärmung um mehr als zwei oder drei Grad Celsius ein Klimazustand erreicht würde, der letztlich auch ökonomisch nicht mehr zu verkraften sei. Seine Berechnungen lieferten damit einen der Ausgangspunkte zur Formulierung des Zwei-Grad-Zieles.

Der US-Amerikaner Paul Romer, der auch Chefökonom der Weltbank war, wird für seine Innovationsforschung ausgezeichnet. Romer arbeitet an der Stern School of Business der New York University und hat unter anderem die endogene Wachstumstheorie mitbegründet. Der Wirtschaftswissenschaftler sorgte mit seinem Vorschlag für sogenannte Charter Cities in strukturschwachen Ländern für viel Aufsehen. Verkürzt dargestellt schlug Romer vor, dass ein nicht besiedeltes Stück Land von der Regierung eines armen Landes ausgewählt und an eine ausländische Regierung eines reichen Staates abgegeben werden sollte, um so eine Sonderzone zu schaffen, in der ein Wachstumsmotor entstehen könnte. Als Beispiel zog Romer häufig Hongkong unter britischer Kolonialherrschaft heran.

Kein "echter" Nobelpreis

Der Wirtschaftspreis gehört, anders als die Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden, nicht zu den "echten" Nobelpreisen, da eine solche Ehrung für das Gebiet der Wirtschaftswissenschaften gar nicht im Testament des schwedischen Industriellen Alfred Nobel auftauchte. Der Preis wurde erst 1968 im Gedanken an Nobel von der schwedischen Reichsbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet und 1969 zum ersten Mal vergeben. Der korrekte Name für die Ehrung lautet daher Alfred-Nobel-Gedächtnispreis.

Und noch etwas unterscheidet den Preis: Mit ihm wird keine Naturwissenschaft geehrt, sondern eine Sozialwissenschaft. Bei ökonomischen Prozessen spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, dazu gehören auch soziale Kriterien wie etwa Verbraucherpsychologie. Das heißt, eine beschriebene Erkenntnis kann bei leicht veränderten Voraussetzungen komplett falsch sein. Eine Überprüfbarkeit von ökonomischen Modellen ist in der Regel nur bedingt möglich. Entsprechend gibt es immer wieder Kritik an den Geehrten und ihrer fachlichen Glaubwürdigkeit.

Wie die klassischen Nobelpreise auch ist die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert. Das sind umgerechnet rund 870.000 Euro.