Die Renten sollen 2019 steigen. Den entsprechenden Rentenversicherungsbericht hat das Bundeskabinett jetzt gebilligt. Zum 1. Juli 2019 wird demnach eine Rentenerhöhung um 3,18 Prozent in Westdeutschland sowie von 3,91 Prozent in Ostdeutschland erwartet. Endgültig feststehen wird das Rentenplus aber erst im kommenden Jahr.

Auch für die Folgejahre werden deutliche Rentenerhöhungen erwartet. Bis zum Jahr 2032 werden die Altersbezüge um insgesamt rund 38 Prozent steigen, heißt es in dem Bericht. Dies entspreche einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,5 Prozent pro Jahr. Bereits zum Juli dieses Jahres hatte es einen deutlichen Anstieg um 3,22 Prozent in Westdeutschland und 3,37 Prozent in Ostdeutschland gegeben.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen auch das Sicherungs- und Beitragsniveau in den kommenden Jahren stabil bleiben. Der Bundesarbeitsminister verwies auf die im Rentenpaket beschlossene doppelte Haltelinie. Das Rentenniveau soll demnach bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken, die Beiträge nicht über 20 Prozent steigen. "All das bringt Verlässlichkeit für die gesetzliche Rente", sagte Hubertus Heil (SPD). 

Arbeitgeber kontra Gewerkschaften

Derzeit liegt die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren und sieben Monaten. Sie wird schrittweise angehoben. Erst für 1964 Geborene gilt die umstrittene Rente mit 67; sie erreichen sie 2031. Die Bundesregierung hält diesen 2007 beschlossenen Schritt weiterhin für "notwendig und vertretbar". Die stufenweise Anhebung über einen langen Zeitraum verhindere eine Überforderung von Beschäftigten und Unternehmen.

Es gibt immer mehr Arbeitnehmer, die auch mit über 60 Jahren noch arbeiten. Nach den Erkenntnissen der Bundesregierung stieg die Zahl der 60- bis 64-jährigen Erwerbstätigen in Deutschland seit 2000 stärker als in allen anderen EU-Ländern, und zwar von 20 Prozent auf gut 58 Prozent im Jahr 2017. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Altersgruppe stieg in dem genannten Zeitraum um rund 1,5 Millionen auf 2,1 Millionen.

Die Arbeitgeber bestehen darauf, dass noch mehr ältere Beschäftigte arbeiten, und fordern hierfür Anreizprogramme. Aufgrund der Demografie, der weiter steigenden Lebenserwartung und des Fachkräftemangels gehöre die konsequente Umsetzung der Rente mit 67 auf die Tagesordnung, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands BDA, Steffen Kampeter

Die Gewerkschaften sehen das anders. Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, sagte, die Rente mit 67 gehe an der Wirklichkeit der meisten Menschen vorbei. Viele rechneten nicht einmal damit, überhaupt bis zu einem Alter von 67 Jahren im Job durchhalten zu können.