Die EU-Kommission hat nun auch bestätigt, dass sich die Brexit-Unterhändler auf "die Elemente" eines Austrittsabkommens geeinigt haben. Zuvor hatte bereits die britische Regierung verkündet, dass es eine Einigung gebe.

Kommissionssprecher Margaritis Schinas sagte in Brüssel, EU-Unterhändler Michel Barnier habe die Kommission am Dienstag ausführlich über den Verhandlungsstand informiert. Er wollte jedoch aufgrund des "laufenden Prozesses" in London und Brüssel keine Einzelheiten zur Einigung nennen.

Das britische Kabinett will am Nachmittag prüfen, ob die gefundenen Kompromisse akzeptabel sind. Gleichzeitig will die EU-Kommission die 27 bleibenden Mitgliedsstaaten informieren. Die eigentliche Hürde dürfte aber im britischen Parlament liegen, dort formiert sich parteiübergreifend Widerstand. Sollte die Einigung dort keine Mehrheit finden, droht ein EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz warb um Zustimmung für den anvisierten Austrittsvertrag. "Ich hoffe sehr darauf, dass dieses Ergebnis unterstützt wird", sagte Kurz, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat. Mit dem nun vorliegenden Entwurf werde ein harter Brexit vermieden. "Es garantiert, dass eine Basis vorhanden ist, um ein zukünftiges neues Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Großbritannien auszuverhandeln."

Laut Kurz soll das Brexit-Abkommen zwischen der EU und Großbritannien bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs behandelt werden. Vorher solle es am kommenden Montag ein Ministertreffen der 27 bleibenden EU-Staaten geben. Bedingung für die beiden Treffen sei die Zustimmung europäischer und britischer Vertreter zum Entwurf.