Die Zahl der über 60-jährigen Arbeitnehmer ist in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. So ist heute deutlich mehr als jeder zweite der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig, wie aus dem neuen Bericht der Bundesregierung zur Rente mit 67 hervorgeht, aus dem die Bild-Zeitung und die Nachrichtenagentur dpa zitieren. Der Bericht ist Thema im Bundeskabinett, ebenso der Rentenversicherungsbericht 2018. 

2,4 Millionen Menschen, die älter sind als 60 Jahre, haben bundesweit einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2007, als die Rente mit 67 eingeführt wurde. Die Fortschritte bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer seien beachtlich, heißt es laut Bild in dem Regierungsbericht. Allerdings müssten sie noch besser in die Betriebe integriert werden, etwa durch Teilzeitangebote.

Bei den Männern hat sich die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe seit 2000 auf über 63 Prozent mehr als verdoppelt. Bei den Frauen liegt die Quote mit über 53 Prozent mehr als vier Mal so hoch wie im Jahr 2000. Dass diese Quote so hoch ist, liegt auch daran, dass es viele Selbstständige gibt, die in höherem Lebensalter noch arbeiten. Aber auch die Quote der Beschäftigten ohne Selbstständige, die mit 60 bis 64 noch arbeiten, ist in den vergangenen zehn Jahren laut dem Bericht deutlich gestiegen, nämlich von 20,5 auf 40 Prozent.

Deutschland hat EU-weit die zweithöchste Erwerbstätigenquote nach Schweden. 79 Prozent der 20- bis 64-Jährigen gehen einer Arbeit nach, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. 2007 waren es noch 73 Prozent.

Druck auf Rentenkasse wächst

Die Älteren verdienen dabei in Deutschland deutlich mehr als die Jüngeren. So bekamen die 55- bis unter 65-Jährigen 2017 im Mittel 3.438 Euro im Monat brutto, während es bei den 25- bis unter 55-Jährigen nur 3.256 Euro waren. Wie eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit für die Älteren zeigt, sind es allerdings im Westen mit 3.616 Euro deutlich mehr als im Osten, wo der Durchschnitt bei 2.743 Euro monatlich liegt.

Derzeit liegt die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren und sieben Monaten. Sie wird schrittweise angehoben. Erst für 1964 Geborene gilt die Rente mit 67, die sie 2031 erreichen. In der Rentenkommission der Bundesregierung wird auch darüber diskutiert, ob die steigende Lebenserwartung nicht auch zu längerem Arbeiten führen soll. Denn mit den immer zahlreicheren Babyboomern im Rentenalter wächst der Druck auf die Rentenkasse.

Auch die Zahl derer, die als Rentner noch arbeiten, ist gestiegen: Im vergangenen Jahr waren 16,1 Prozent der 65- bis 69-Jährigen erwerbstätig, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Vor zehn Jahren waren es lediglich 7,1 Prozent – also weniger als die Hälfte.