Das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein wird im Sommer 2020 endgültig abgeschaltet. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Vorstellung eines Zehnjahresplans zur Energiewende in Paris an.

Fessenheim ist laut Atomkraftgegnern eine der unsichersten Nuklearanlagen in Europa. Kritikern gilt die Anlage nahe Freiburg im Breisgau schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Auch die Bundesregierung verlangt seit Jahren die Stilllegung des Kraftwerks, das seit mehr als 40 Jahren am Netz ist.

Bereits 2017 hatte Macron – gerade zum neuen Präsidenten gewählt – explizit bestätigt, dass Fessenheim geschlossen werden soll. Zuletzt hatte die Regierung in Paris diesen Schritt auch grundsätzlich beschlossen, bislang aber keinen Termin dafür genannt.

Noch im Oktober hatte sich die französische Atomaufsicht auf eine Abschaltung bis 2022 vorbereitet. Dazu teilte der Kraftwerkbetreiber EDF mit, dass der erste Reaktor bis September 2020 und der zweite bis August 2022 heruntergefahren werden soll.

Nun konkretisierte und korrigierte Macron diese Angaben und verordnete dem "Atomland" Frankreich eine Energiewende. Wie der Präsident ankündigte, soll bis zum Jahr 2035 fast jeder vierte Atomreaktor abgeschaltet werden. Betroffen wären 14 von derzeit 58 Reaktoren. Damit will die französische Regierung einen Teilausstieg aus der Atomkraft einläuten: Deren Anteil an der Stromproduktion soll von derzeit mehr als 70 Prozent auf rund 50 Prozent sinken. Der Zeitplan wird allerdings gestreckt: Statt schon 2025 soll dieses Ziel nun erst 2035 erreicht werden.