Die Exporte deutscher Unternehmen in den Iran sind zuletzt mit einer hohen Summe durch die Bundesregierung gesichert worden: Seit 2016 wurden für insgesamt 58 Geschäfte sogenannte Exportkreditversicherungen, die auch als Hermesbürgschaften bekannt sind, erteilt. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach betrug das Gesamtvolumen dieser Versicherungen 911 Millionen Euro.

Unternehmen können eine staatliche Exportkreditversicherung abschließen, um sich vor Verlusten durch ausbleibende Zahlungen von ausländischen Geschäftspartnern zu schützen. Fällt ein Abnehmer in einem risikoreichen Markt aus, springt der Staat ein. 

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und Iran hatte im vergangenen Jahr zugenommen: Das Handelsvolumen war um 17 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gestiegen. Seit Beginn dieses Jahres nahm der Handel jedoch ab. Als Grund dafür gelten die Wirtschaftssanktionen, die die USA unter der Führung von Präsident Donald Trump gegen den Iran verhängt haben. Am Montag sollen weitere Strafmaßnahmen der USA gegen den Öl- und Bankensektor in Kraft treten.

Die Bundesrepublik wie auch die EU lehnen die extraterritorialen Sanktionen der USA ab, denn damit würden auch Geschäfte unterbunden, die nicht über die USA abgewickelt werden. Die Konsequenzen hätten Drittländer zu tragen, die eigentlich nicht in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran involviert seien: Trump habe etwa jeglichen Handel in Dollar im Iran verbieten lassen.

Die US-Regierung hatte im Mai dieses Jahres das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt. Das Abkommen, das die Vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und die EU 2015 mit dem Iran geschlossen hatten, verpflichtete die iranische Regierung zu internationalen Kontrollen und einer Verringerung der Aktivitäten zur Urananreicherung.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministerium lassen sich die Auswirkungen der US-Sanktionen auf die deutsche Wirtschaft nicht beziffern, eine gewisse Zurückhaltung deutscher Unternehmen sei jedoch festzustellen. Auf Öl aus dem Iran sei Deutschland nicht angewiesen, der Anteil iranischen Öls an den deutschen Gesamtrohöleinfuhren habe im vergangenen Jahr "vernachlässigbare" 0,9 Prozent betragen.