Studie - US-Behörden warnen vor Schäden durch Klimawandel Der Klimawandel könnte die US-Wirtschaft Hunderte Millionen Dollar kosten, heißt es in einem Bericht von US-Bundesbehörden. Bereits jetzt zeigten sich Folgen wie häufigere Stürme, Dürren und Überschwemmungen. © Foto: Stephen Lam/Reuters

US-Bundesbehörden warnen in einem Gutachten vor hohen wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel. Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten die jährlichen Verluste in den Vereinigten Staaten hunderte Milliarden Dollar betragen, heißt es im National Climate Assessment (NCA). Ohne entschiedene und anhaltende Gegenmaßnahmen sei zu erwarten, dass die Klimaveränderungen Infrastruktur und Eigentum des Landes beeinträchtigen und die Wachstumsrate hemmen.

Schon jetzt seien Folgen wie häufigere und stärkere Stürme, Dürren und Überschwemmungen in den USA zu erkennen. Seit 2015 hätten Unwetter fast 400 Milliarden Dollar gekostet. Der Bezug zur vom Menschen verursachten Erderwärmung zeige sich dabei immer deutlicher. Die Küstengebiete seien durch die steigenden Meeresspiegel und häufiger auftretenden Sturmfluten besonders betroffen. Auch die weltweiten Folgen würden Handel und Wirtschaft in den USA beeinflussen, etwa durch Auswirkungen auf Import- und Exportpreise sowie auf Unternehmen mit internationalen Standorten und Lieferketten.

Wissenschaftler sehen in dem Bericht eine deutliche Warnung. Es gebe "klare und zwingende Beweise" für einen beispiellos schnellen Anstieg der globalen Temperaturen, sagte David Easterling von der US-Meeresschutz- und Wetterbehörde NOAA. "Und dieser Trend zur Erwärmung kann nur durch menschliche Aktivitäten erklärt werden, besonders die Emission von Treibhausgasen in die Atmosphäre."

Der mehr als 1.000 Seiten umfassende vierte NCA-Bericht, Teil II, wurde im Auftrag des US-Kongresses von über 300 Wissenschaftlern zusammengestellt. Insgesamt 13 Ministerien und Behörden waren beteiligt, wie etwa das Landwirtschaftsministerium und die Nasa. Er fußt auf mehr als 1.000 vorangegangenen Studien. Der NCA wurde zum ersten Mal 2000 veröffentlicht, er muss nach US-Recht alle vier Jahre angefertigt werden.

Kritik an Veröffentlichung am Black Friday

Eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump sagte, die Studie sei ungenau: Sie basiere weitgehend auf dem extremsten Szenario und lasse technische Innovationen außer Acht. Trump hatte zuletzt erneut den Klimawandel angezweifelt. Nach den zerstörerischen Waldbränden in Kalifornien gab er einem angeblich fehlerhaftem Waldmanagement der örtlichen Behörden die Schuld. Die Mehrheit der kalifornischen Wälder befinden sich jedoch unter Bundeskontrolle oder in privater Hand. Experten sehen in der langen Dürre eine maßgebliche Ursache für das Ausmaß der Feuer.

Dass das Weiße Haus den Klimareport am sogenannten Black Friday veröffentlichte, zog Kritik nach sich. Der Freitag nach dem US-Feiertag Thanksgiving ist für Rabattaktionen bekannt und gilt als Konsumhöhepunkt. Andrew Light vom World Resources Institute, der am Report beteiligt war, warf der Trump-Regierung vor, den Report kleinhalten zu wollen und "das Beste der Klimaforschung nicht nur zu verleugnen, sondern zu unterdrücken".

Trump hat zahlreiche Umwelt- und Klimaschutz-Maßnahmen seines Vorgängers Barack Obama zurückgefahren und will den Einsatz von fossilen Energieträger wie Erdöl und Kohle verstärken. Zudem hatte er im vergangenen Jahr den Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag von 2015 angekündigt.